Pinneberg
Mission Afrika

Tansania: Im Einsatz am Kilimandscharo

Greta Marieke Dittmer aus Barmstedt geht nach dem Abi für ein Jahr nach Tansania

Greta Marieke Dittmer aus Barmstedt geht nach dem Abi für ein Jahr nach Tansania

Foto: Anne Dewitz / HA

Greta Marieke Dittmer aus Barmstedt geht nach dem Abi für ein Jahr nach Tansania, um dort ein freiwilliges Jahr zu verbringen.

Barmstedt.  „Jambo hababi! Das heißt soviel wie Hallo, treuer Freund!“, weiß Greta Marieke Dittmer. Die 18-Jährige wird bald noch mehr Kiswahili sprechen. In ein paar Tagen fliegt sie nach Tansania. Die Barmstedterin möchte nach dem Abi am Weizsäcker-Gymnasium für ein Jahr ihr Heimatstädtchen gegen das kleine Dörfchen New Land am Fuße des Kilimandscharos eintauschen. „Die nächst größere Stadt Moshi ist in 50 Minuten mit dem Bus zu erreichen“, sagt Greta.

Während ihres Freiwilligendienstes wird sie auf einigen Komfort verzichten müssen. Die Toilette ist ein Loch im Boden, gekocht wird auf einem Kohlekocher, und fließend Wasser gibt es nicht. „Deswegen werde ich mir vor dem Abflug am 20. Juli noch die langen Haare abschneiden“, sagt sie. Auch wenn es schwer fällt, aber es sei einfach praktischer. Mit jedem Tag steige ihre Vorfreude. „Ich träume schon lange davon, ein freiwilliges soziales Jahr in einem afrikanischen Land zu erleben.“ Vor vier Jahren lauschte sie gebannt dem Vortrag einer Freiwilligen, die aus Tansania zurückgekehrt war und wusste, dass sie genau dorthin wollte.

Nun hat sie Gelegenheit, mit der Organisation Christliche Dienste, die mit „Weltwärts“ zusammenarbeiten, diesen Traum wahr werden zu lassen. Berührungsängste hat sie keine. Sie engagiert sich viel in der evangelischen Gemeinde in Barmstedt und gestaltet unter anderem das wöchentliche Kinderprogramm. „Ich bin gern mit Kindern zusammen“, sagt sie.

Rucksack, Wanderstiefel, Moskitoschutz und andere nützliche Utensilien hat sie schon besorgt. Auch die Impfungen sind erledigt. „Bleibt noch, Abschied zu nehmen“, sagt Greta. „Das ist das Schlimmste.“ Ihr Vater wird sie mit dem Auto zum Frankfurter Flughafen fahren. Von dort wird sie mit zwölf anderen deutschen Freiwilligen ihrer Organisation Richtung Afrika aufbrechen.

In der ersten Woche werden sie in Gastfamilien unterkommen, um einen ersten Eindruck von Kultur und Sprache zu bekommen. Dann wird die Gruppe einen Monat lang die Landessprache Kiswahili in einer Sprachschule lernen, aber auch andere praktische Dinge, wie zum Beispiel Röcke zu nähen oder per Hand Wäsche zu waschen. „Danach verteilen wir uns auf unsere Einsatzstellen“, sagt Greta. Sie und eine weitere Deutsche werden in New Land an einer Vorschule vor allem Englisch, aber auch Mathe, Musik und Erdkunde unterrichten. „Die Kinder bekommen in der Schule auch eine Mahlzeit, oft ihre einzige am Tag“, sagt sie.

Neben der Arbeit in der Schule wird Greta für die Patenschaftsorganisation „Compassion“ aktiv sein und unter anderem Briefe von den Paten an die Kinder übersetzen. „Außerdem wünscht sich die Kirchengemeinde vor Ort, dass wir im Chor mitsingen und tanzen“, so Greta. „Auch die Teilnahme am sonntäglichen Gottesdienst, der laut Erfahrungsberichten anderer Freiwilliger schon mal mehrere Stunden dauern kann, wird erwartet.“ Anpassen muss sie sich auch hinsichtlich der Kleidung. Frauen tragen lange Röcke und bedeckte Schultern. Im Alltag gibt es einige Regeln zu befolgen. „Geht in Tansania eine Frau mit einem Mann allein ins Kino, ist das wie ein Heiratsversprechen“, sagt Greta. Auch sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf der Straße aufzuhalten, gehört zu den Dingen, die es zu beachten gilt.

Im krassen Gegensatz dazu steht die ausgesprochene Gastfreundlichkeit der Einheimischen. So würden für den Gast Nudeln in Öl statt in Wasser gekocht, erzählt Greta. In einem Land, in dem die Bevölkerung hauptsächlich Reis und Bohnen sowie Maisbrei isst, wolle der Gastgeber so seine Wertschätzung ausdrücken. Greta freut sich darauf, die tansanische Küche, die andere Kultur, Sprache und Mentalität der Menschen kennenzulernen. „Ich bekomme sicherlich erstmal einen Kulturschock“, sagt Greta. Selbst darauf freut sie sich schon.