Pinneberg
PZ-Regional

Das stinkt doch zum Himmel

Von Taxifahrern, die Blindengeld beziehen, bis zu Autobahn-Teilstücken, die ohne Anschlussbauten sinnlos in den Wald gesetzt wurden, weil noch Fördermittel zur Verfügung standen, reicht die Hitliste der Unzulänglichkeiten des griechischen Verwaltungsapparats. Doch wir sollten die Nase nicht zu hoch tragen. Auch hierzulande ereignen sich zuweilen Pannen wegen logistischer und organisatorischer Fehlleistungen.

So jüngst bei mir in der Nachbarschaft: Seit Jahrzehnten gib es dort für die Müllentsorgung eines Wohn- und Geschäftshauses einen geräumigen Container, der in einem praktischen Waschbetongehäuse untergebracht ist. Von oben lässt sich die „Müllkippe“ mit zwei Klapptüren öffnen, sodass dann der Unrat direkt in den geöffneten Großbehälter plumpst.

So war es bis vor ein paar Tagen. Dann rückte ein Lkw des Müllentsorgers an, dessen Fahrer offenbar den Auftrag hatte, den 1100-Liter-Container gegen ein schmales Kompaktmüllgefäß, Kaliber 240 Liter, auszutauschen. Der gute Mann entfernte den Großbehälter und stellte die Kompakttonne mittig in das geräumige Waschbetongehäuse.

Pech nur, dass die Mieter und Nutzer des Wohn- und Geschäftshauses nichts davon erfahren haben. Sie kübeln weiterhin munter ihren Müll ins verschlossene Gehäuse, ohne zu ahnen, dass dort kein offener Container mehr steht, sondern ein zugeklappter Kleinbehälter, der von keinem der Einfüllstutzen aus getroffen werden kann. Und das bei 14-täglicher Entleerung. Vermutlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der nun daneben gefallene Abfall vom Waschbetongehäuse aus gen Himmel stinkt.