Pinneberg
Kreis Pinneberg

Hochbegabte zeigen in Elmshorn ihre Talente

Paul (3. v. r.) und Minh Dat (2. v. r.) demonstrieren ihre Cola-Mentos-Fontäne

Paul (3. v. r.) und Minh Dat (2. v. r.) demonstrieren ihre Cola-Mentos-Fontäne

Foto: Anne Dewitz / HA

Am Sonnabend präsentierten etwa 500 Kinder und Jugendliche die Ergebnisse ihrer Lernworkshops im Rahmen des Enrichment-Programms.

Elmshorn. Cola plus Mentos gleich Fontäne. Wissenschaft kann manchmal so einfach sein. Jedenfalls auf den ersten Blick. Denn warum der Pfefferminzbonbon die Cola zum Geysir werden lässt, weiß nicht jeder. Paul aus Halstenbek und Minh Dat aus Neumünster erklären gern, was es mit dem Hochdruck auf sich hat: „Die Kohlensäure in der Cola reagiert mit der Oberfläche der Mentos. Die sind relativ porös, so können sich an ihrer Oberfläche Blasen bilden. Wenn man sehr viele, sagen wir mal 20 Mentos auf einmal in eine Flasche bugsiert, dann entstehen sehr viele Blasen“, sagt Paul und nimmt nach getaner Arbeit einen kräftigen Schluck von dem braunen Gesöff.

Die Kinder und Erwachsenen, die sich das Experiment am Sonnabend in der Elsa-Brändström-Schule in Elmshorn anschauen, staunen nicht schlecht. Etwa 500 hochbegabte Kinder und Jugendliche präsentieren dort mit ihren Dozenten die Ergebnisse aus 35 Lernworkshops, die seit vergangenem Herbst gelaufen sind. Die Kinder erklären unter anderem, wie sich mit Rotkohl der Säuregehalt einer Flüssigkeit messen lässt, führen geschickt Debatten oder zeigen ihre Kreativität in Steinmetz-Arbeiten und Schwarzlichttheater.

„Lernfutter“ für Hochbegabte außerhalb des Unterrichts

Die Angebote des Enrichment-Programms des Kreises Pinneberg reichen von Malerei über Chemie, Physik, Mathematik und Programmieren bis zu Chinesisch und Theater. Enrichment bedeutet Anreicherung oder Bereicherung. Seit 1999 werden die Talente von hochbegabten Schülern im Kreis Pinneberg gefördert, indem Pädagogen ihnen „Lernfutter“ außerhalb des Unterrichts anbieten. Nach diesem Vorbild entwickelte sich später das Enrichment-Programm des Landes Schleswig-Holstein. Die Elsa-Brändström-Schule ist seit 15 Jahren Stützpunktschule, die den Schülern auch sonnabends die Türen für zusätzliche Kurse öffnen. Und zwar nicht nur für die eigenen Schüler. Gelernt wird in kleinen schulübergreifenden Gruppen von acht bis zwölf Teilnehmern. „Manche Eltern bringen die Kinder sogar aus Neumünster hierher“, sagt Schulleiter Uwe Lorenzen. Ziel ist es, Stärken zu fördern, neue Interessen zu fördern und zu weiterem Lernen zu begeistern.

Die ehemalige Schulpsychologin Marlen Bartels gehört neben dem früheren Landrat Berend Harms und den ehemaligen Schulleitern Bollmann und dem verstorbenen Reinhard Mischke, der lange Schulleiter am Quickborner Elsensee-Gymnasiums war, zu den Pionieren. „Solche Projekte sind nur durch die langjährige finanzielle Unterstützung durch die Stiftung der Sparkasse Südholstein, des Ministeriums für Schule, sowie durch das Engagement vieler Lehrer möglich“, sagt sie.

„Das Projekt ist im Laufe der Jahre stark gewachsen“, sagt Uwe Lorenzen. Waren bei der Premiere gerade einmal 20 hochbegabte Kinder dabei, sind es nun mehr als 500 Schüler der Klassenstufen zwei bis 13. „Die hier im Kreis geborene Idee hat sich mittlerweile über das Land verteilt.“ Auch in anderen Regionen wie dem Kreis Segeberg und Neumünster gebe es inzwischen solche regionalen Netzwerke. Schüler, die daran teilnehmen möchten und nicht nach Abstimmung der Lehrkräfte nominiert wurden, können sich auch mit einem IQ-Test selbst bewerben.

www.enrichment.lernnetz.de