Pinneberg
Kreis Pinneberg

So feiern Tausende das Sommerwochenende

Ben (l.)und Mylo genießen am Sonntag den Sandstrand in Wedel, während ihre Mütter Sabrina (l.) und Vanessa sich im Liegestuhl entspannen

Ben (l.)und Mylo genießen am Sonntag den Sandstrand in Wedel, während ihre Mütter Sabrina (l.) und Vanessa sich im Liegestuhl entspannen

Foto: Andreas Daebeler / HA

Ob Strandparty in Wedel, Weinfest in Pinneberg oder Oldtimershow in Heist: Im Kreis Pinneberg war trotz 38 Grad Celsius viel los.

Kreis Pinneberg. Elvira Nickmann

Es ist Sonntagvormittag. Allmählich füllt sich der Elbstrand in Wedel. Immer mehr Menschen suchen nach einem lauschigen Plätzchen mit Blick auf vorbeifahrende dicke Pötte. Der kleine Mylo lässt sich nicht stören. Ganz allmählich füllt sich sein Sandeimer. Kumpel Ben hilft beim Buddeln, während Mutter Vanessa mit ihrer Freundin Sabrina im Liegestuhl relaxt – und sehnsüchtig auf die Eröffnung des Wedeler Beach-Clubs 28 Grad wartet. Erfrischung tut Not – an diesem bislang heißesten Wochenende des Jahres. Schon jetzt zeigt das Thermometer satte 31 Grad Celsius. Doch der Fluss hält sein Versprechen und schickt ein laues Lüftchen.

Wer in den vergangenen Tagen trotz Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius keine Lust verspürte, sich unterm Sonnenschirm zu verkriechen, der hatte reichlich Gelegenheit, sich unter Menschen zu mischen. Etwa bei der 24. Ausgabe des Pinneberger Weinfestes. Vier Tage lang ging’s auf dem Drosteiplatz rund, um die 20.000 Besucher ließen sich vor allem die leichteren Tropfen schmecken. „Bei diesen Temperaturen läuft Weißer Burgunder am besten“, so Stefan Minges, der schon bei der ersten Auflage der Party in der Kreisstadt dabei war. Der Pfälzer Minges ist 2015 der Star unter den 22 angereisten Winzern. Er konnte bei der Weinjury gewaltig punkten, gewann in allen Kategorien. Seine Bilanz der vier Tage fällt positiv aus. „Am besten lief es diesmal am Freitagabend“, so Minges. „Am Sonnabend war es fast schon zu heiß, aber wir wünschen uns Sommer und wollen jetzt mal nicht meckern.“ Auch Susan Burmester von der Wirtschaftgemeinschaft, die das Weinfest organisiert hat, zeigte sich am Sonntag zufrieden: „Alles gut. Es gab in den vergangenen Tagen keine Zwischenfälle.“

Enorm groß war der Andrang auch bei Wings‘n Wheels auf dem Flugplatzgelände bei Heist. Vom Trabi bis zum Lamborghini, vom Trecker bis zum Flugzeug – „alles, was einen auf dem Boden und in der Luft bewegt, ist hier dabei“, sagte Andreas Krüger, 50, einer der drei Veranstalter.

„Wir sind hier mit unseren Spielzeugen unterwegs“, so Krüger. Sein eigenes ist ein Ford Model A, Baujahr 1931. Dieser ist „gedroppt, gechannelt, geboxt und gechoppt“. Das bedeutet, dass die Karosserie weiter nach unten gelegt, der Wagen verlängert, der Rahmen stabilisiert und ein Teil aus dem Dach herausgeschnitten wurde. So sieht das durch „Customizing“ veränderte Modell einzigartig aus. Auch das blaue Kunst- und Reiseflugzeug von Christoph Becker, ebenfalls Veranstalter des Festivals in Heist, ist etwas Besonderes. Der Pilot hat es nach einem Bausatz selbst zusammengebaut – und fliegt damit sogar Loopings. Sein Flugzeug war bei der ersten Auflage der Veranstaltung genauso dabei, wie Autos, die für besondere Rennstrecken gebaut wurden, und welche, die auf den Hinterrädern fahren können. Zudem wurden den zahleichen Besuchern Flugshows und Livemusik geboten. Auch original Oldtimer waren zu bewundern. Ein Hobby, das kaum Grenzen kennt. „Vom Arbeiter bis zum Bankvorstand“, sagt Krüger, seien alle dabei. Durch gemeinsame Interessen entstünden schnell Kontakte.

Von den heißen Karosserien war es nur ein kurzer Weg bis nach Uetersen, wo am Wochenende ebenfalls gefeiert wurde. Auch Mathilda, Amadeus, Rosanna und Caramella mussten mit der Hitze klarkommen. Wie die Menschen, die gekommen waren, um sie zu bewundern. Aber trotz der hohen Temperaturen beim Rosenfest in Uetersen ließen erstaunlich wenige der Rosen mit den klangvollen Namen ihre Köpfe hängen. Nach der Vorstellung der Rosenprinzessin Nadia I. und der Rosenkönigin Katharina II. forderte Bürgermeisterin Andrea Hansen daher bei ihrer Ansprache zur Eröffnung auch: „Trinken Sie viel.“ Was den stellvertretenden Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe Hartmut Stonner dazu veranlasste, schnell „Aber nur Wasser!“ hinzuzufügen.

Heiße Temperaturen bescheren den Notaufnahmen viel Arbeit

Derweil zeigten die Vereinsmitglieder vom Schiffsmodellbauclub Uetersen auf dem See, was ihre Modelle so alles können. Interessierte konnten sich dank Führungen und fachkundiger Rosenberatung zu allen Fragen rund um Pflege und Züchtung informieren. Besucher des Uetersener Rosenfestes waren auch aufgerufen, die schönste der Züchtungen zu wählen.

Hochsommer pur – was den Besuchern der Freiluftpartys im Kreis Freude bereitete, bescherte den Notaufnahmen der Klinikin in Pinneberg und Elmshorn zusätzliche Arbeit. Allein am Sonnabend wurden dort 34 Patienten wegen Hitze-Beschwerden behandelt, so Sprecher Sebastian Kimstädt.