Pinneberg
Kreis Pinneberg

Hitzewelle lockt zum Badespaß im kühlen Nass

Auf dem Ponton mitten im See, mit den Füßen im Wasser – so lässt sich ein Sommertag am Badesee Oberglinde in Moorrege genießen

Auf dem Ponton mitten im See, mit den Füßen im Wasser – so lässt sich ein Sommertag am Badesee Oberglinde in Moorrege genießen

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Die Wasserqualität der vier Badestellen ist ausgezeichnet. Hunderte Badegäste tummeln sich am Wasser und genießen die Sonne.

Kreis Pinneberg.  Mit Sonnenschein, blauem Himmel und Temperaturen weit über 30 Grad Celsius ist der Sommer in Pinneberg angekommen. Gut aushalten lässt sich die Hitze am Badesee Oberglinde in Moorrege. Natalie Page und Francesca Callea aus Klein Nordende haben ihre Kinder Ida,5, Maxi, 2, und Mia, 2, eingepackt und genießen einen Strandtag. „Wir werden in Zukunft öfter hier sein“, sagen die beiden Mütter, die sonst das Hallenbad Elmshorn besuchen. Sie loben besonders den Kinderbereich mit dem flach ins Wasser abfallenden Sandstrand. Der sei ideal für Kinder, die planschen, aber noch nicht schwimmen können. Dass es noch nicht ganz voll war, erklärt Finn Mehrens von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Uetersen so: „Es dauert immer zwei, drei Tage, bis die Massen kommen.“

Außer Moorrege gibt es drei weitere offizielle Badeseen im Kreis: am Rantzauer See, am Kiessee in Appen und die Nordseebadestelle auf der Düne Helgoland. Wer hier abtaucht, kann sich sicher sein, dass das Wasser sauber ist. „Die Badestelle auf Helgoland weist aufgrund der guten Durchströmung immer eine ausgezeichnete Wasserqualität auf“, sagt Pinnebergs Kreissprecher Oliver Carstens. Während der Badesaison kontrollieren Prüfer regelmäßig im Auftrag der Kreisverwaltung an allen Badestellen die Wasserqualität. Die jüngste Messung ergab, dass die von der Europäischen Union festgelegten Grenzwerte für die Belastung mit Darmbakterien, sogenannte Escherichia Coli, überall deutlich unterschritten wurden. Damit gelten die Pinneberger Badestellen nach Angaben des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung als ausgezeichnet.

Blaualgen, die im vergangenen Jahr dafür gesorgt hatten, dass das Freibad am Rantzauer See und das Freibad Oberglinde vorübergehend gesperrt worden waren, sind kein Anzeichen für eine schlechte Wasserqualität. Zwar können die Pflanzen, die sich meist bei Hitze in flachen Bereichen stark vermehren, zu Hautreizungen führen, aber gesperrt werden die Seen aus einem anderen Grund. „Durch die Algen wird das Wasser trüb, und dann wird aus Sicherheitsgründen ein Badeverbot ausgesprochen“, sagt Oliver Carstens. Derzeit gebe es jedoch keine Anzeichen für verstärktes Blaualgenwachstum in den Seen der Region.

Wer abseits der offiziellen Badestellen den Sprung in die Fluten wagt, geht hohe Risiken ein. Auch wenn der Sandstrand an der Elbe in Wedel lockt, ist das Baden hier verboten. Die großen Containerriesen, die auf der Elbe Richtung Hafen unterwegs sind, können eine gefährliche Sogwirkung entwickeln, die für Badende lebensgefährlich werden kann. Aus dem selben Grund ist das Baden auch an der Hetlinger Schanze nicht erlaubt. Anders liegt der Fall in Appen-Etz: Dort dürfen ausschließlich Schwäne, Enten und Gänse baden, denn der See gilt als geschütztes Gewässer.

Meteorologen erwarten, dass die tropischen Temperaturen über das Wochenende anhalten. Cool bleibt, wer einige Verhaltenshinweise beachtet. „Bleiben Sie im Schatten, trinken Sie viel Wasser und verlegen sie körperliche Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden“, rät Dr. Guido Csomós, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Innere Medizin am Regio Klinikum Pinneberg. In den vergangenen Tagen hat die Zahl der Patienten zugenommen, die aufgrund hitzebedingter Kreislaufprobleme behandelt werden mussten. Vor allem ältere Menschen und Kinder haben derzeit einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Der kann zum Teil auch mit wasserreichem Obst wie Melone oder Erdbeeren gedeckt werden, sagt Dr. Guido Csomós.

Wer ein schattiges Plätzchen gefunden hat, sollte Sport und körperliche Anstrengungen meiden. Planschen im Badesee ist aber erlaubt.