Pinneberg
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Investor: Millionen-Pläne fürs Ilo-Gelände

Das Ilo-Gelände in Pinneberg hat das Interesse eines Hamburger Investors geweckt

Das Ilo-Gelände in Pinneberg hat das Interesse eines Hamburger Investors geweckt

Foto: Andreas Daebeler / HA

Hamburger Unternehmen will Pinnebergs seit Jahren brach liegendes Filetstück an der Bahnlinie mit 330 Wohnungen bebauen.

Pinneberg.  Ein neuer Stadtteil für Pinneberg. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Diesen Plan verfolgt das Hamburger Unternehmen Matrix Immobilien, das sich nach Abendblatt-Informationen um die Entwicklung eines seit Jahren weitgehend ungenutzten Filetstücks bewirbt. Auf einem Gelände an der Bahnlinie, auf dem bis 1990 die traditionsreichen Ilo-Motorenwerke beheimatet waren, könnten bis zu 330 Wohnungen entstehen – zu einem Fünftel davon öffentlich gefördert.

Auf dem benachbarten Güterbahnhof, der zusehends verfällt, soll Platz für Gewerbebetriebe geschaffen werden. Auch von einem im Umfeld des Bahnhofs geplanten Parkhaus ist die Rede. Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa sprach am Freitag auf Nachfrage von „einem interessanten Projekt“. Die Höhe der angepeilten Investition sei noch nicht bekannt. Sie dürfte aber im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Das etwa fünf Hektar große Ilo-Gelände liegt in unmittelbarer Nähe des Pinneberger Bahnhofs. Seit mehr als zehn Jahren wird über die Entwicklung des Areals diskutiert. Die derzeit teilweise vermieteten Flächen sind in Privatbesitz der Erbengemeinschaft um die Familie Rahimi. Die Stadt hat jedoch Planungshoheit. Laut Krappa gab es bereits Gespräche zwischen dem Unternehmen Matrix und der Familie Rahimi. „Es gibt eine Basis, das ist keine Luftnummer, so viel kann ich sagen“, so der Wirtschaftsförderer.

Die Projektplanung, die Anfang Juli während einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung der Politik detailliert vorgestellt werden soll, erstreckt sich nicht nur über das Gelände der ehemaligen Ilo-Motorenwerke. Auch der ehemalige Güterbahnhof könnte bebaut werden.

Zum Knackpunkt könnte der Umfang der Wohnbebauung werden. Denn es gibt einen Grundsatzbeschluss, in dem sich die Pinneberger Politiker dafür ausgesprochen haben, die Anzahl der Wohneinheiten für Neubauprojekte auf etwa 250 zu begrenzen.

Matrix Immobilien nicht das erste interessierte Unternehmen

Im Jahr 2014 hatte sich mit dem Unternehmen Bouwfonds schon einmal ein Interessent für das Ilo-Areal am Bahndamm gemeldet. Vertreter des Unternehmens, das Niederlassungen in Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Frankfurt, München und Köln betreibt, waren in der Kreisstadt mit einem Konzept auftaucht, das auf Geschosswohnungsbau im großen Stil setzte. Die Genossenschaft Neue GeWoGe aus Pinneberg sowie das Elmshorner Bauunternehmen Semmelhaack sollen als potenzielle Partner im Gespräch gewesen sein. Die Rede war seinerzeit von bis zu 700 Wohneinheiten, ergänzt um ein Mischgebiet für kleinteiliges Gewerbe.

Die Projektentwickler hatten mit einem ehrgeizigen Zeitplan aufgewartet. Binnen weniger Monate sollten Nägel mit Köpfen gemacht werden. In einem Vertrag hätte die Stadt Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekunden sollen. Und das noch, bevor ein Bebauungsplan-Verfahren auf den Weg gebracht worden wäre. Als möglicher Baubeginn stand das Jahr 2016 im Raum. Doch die Projektentwickler hatten ihre Rechnung ohne die Politik gemacht. Den Volksvertretern war das von den Planern vorgegebene Tempo eindeutig zu hoch. Zudem kritisierten die Politiker den Umfang der im Konzept vorgesehenen Wohnbebauung. Es wurde klargestellt, dass das hoch verschuldete Pinneberg ein Auge auf die Steigerung des Gewebesteueraufkommens haben müsse.

Zum Hindernis könnte diesmal die Vergangenheit eines Teils des Ilo-Geländes werden. Im nördlichen Bereich des Areals schlummern die Altlasten einer früheren Mülldeponie im Untergrund. Wer den womöglich notwendigen Bodenaustausch bezahlen soll, ist unklar. Zudem muss geklärt werden, ob und in welchem Umfang die Ansiedlung von Einzelhandel eine Rolle im Konzept der Planer spielt. Auch auf die Frage, welche Folgekosten eine Wohnbebauung dieses Umfangs im Bereich der Infrastruktur mit sich bringen würde, werden die Politiker Antwort erwarten.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagt am Dienstag, 7. Juli, im Rockvillezimmer des Pinneberger Rathauses, Bismarckstraße 8. Die Sitzung, während der Vertreter des Unternehmens Matrix Immobilien Gelegenheit bekommen sollen, ihr Projekt vorzustellen, beginnt um 18.30 Uhr.