Pinneberg
Holsteiner Imker

Christa Kluxen ist die Schwarmfängerin von Halstenbek

Christa Kluxen, Vorsitzende des Vereins Holsteiner Imker, erklärt Kursusteilnehmern auf der Wiese vor der Japanischen Schule, was fürs Imkern benötigt wird

Christa Kluxen, Vorsitzende des Vereins Holsteiner Imker, erklärt Kursusteilnehmern auf der Wiese vor der Japanischen Schule, was fürs Imkern benötigt wird

Foto: Anne Dewitz / HA

Auf dem Naturtag gibt die Bienenexpertin Einblicke in die Imkerei. Für sie gilt: „Ein Tag ohne Stich ist ein Tag ohne Imkern.“

Halstenbek. Das Einfangen eines Bienenschwarmes ist nicht so schwer – sofern er nicht in zu großer Höhe im Baum hängt. Das behauptet zumindest Christa Kluxen. Erst am Vortag hätte sie mal wieder zwei eingefangen. „Ich besprühe den Schwarm mit Wasser, damit er sich zusammenzieht und nicht wegfliegt“, sagt die Vorsitzende des Verein Holsteiner Imker. Dann hält sie den Behälter unter die Schwarmtraube und schüttelt kräftig am Ast, sodass die Bienen in das Gefäß fallen. „Es ist nicht wichtig, dass alle Bienen im Behälter landen. Hauptsache, der größere Teil der Bienen und mit ihnen die Königin sind im Kasten.“ Schwärme, die sie nicht benötigt, gibt Kluxen weiter an Anfänger.

Ein paar potenzielle Anwärter schauen Christa Kluxen, die während des Naturtages Halstenbek am Sonnabend eine Einführung in die Imkerei gab, verblüfft an. So richtig können sie sich offensichtlich noch nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Wie häufig sie denn eigentlich gestochen werde, möchte eine Teilnehmerin wissen. „Ich sage immer, ein Tag ohne Stich ist ein Tag ohne Imkern“, sagt die Imkerin und lacht. Lange Ärmel, Schleier und Handschuhe würden schützen. So könnten sich die Bienen nicht in den Haaren verfangen oder in den Kragen purzeln. Denn in solchen Situationen würden auch die friedlichsten Bienen stechen.

Imkerei kostet Geld und Zeit

Ein Einstieg in die Bienenhaltung muss gut überlegt und vorbereitet sein. Die Gerätschaften kosten Geld, es Bedarf Zeit und Raum für die Bienen. Zudem ist körperliche Fitness gefragt. Nicht jeder schafft es, 20 bis 30 Kilogramm zu heben. So schwer werden die Waben, wenn sie voller Honig sind. „Der Besuch einer Imkerei kann mehr Klarheit verschaffen“, sagt Kluxen.

Theoretisches Wissen über die Honigbiene und die Bienenhaltung sowie praktische Erfahrung sind die Voraussetzungen für einen dauerhaften Erfolg. „Imkervereine bieten über das gesamte Bienenjahr hinweg laufende Neuimkerkurse an“, sagt Kluxen, die vor sieben Jahren mit der Imkerei anfing. Dort lernen Teilnehmer die Anatomie und Lebensweise der Honigbiene sowie Gesetze und Verordnungen kennen und erfahren, welche Ausrüstung sie brauchen, wie sie Bienenkrankheiten vorbeugen und behandeln – aber auch, wie sie Honig gewinnen.

Tipps von Kollegen einholen

Kluxen rät dazu, sich am Anfang den Rat und Beistand eines erfahrenen Imkerkollegen aus der Nachbarschaft zu holen. Er kann bei der Standortwahl, dem Kauf eines Volkes oder dem Fangen eines Schwarms helfen. Günstig sei auch, wenn der Einsteiger teure Einrichtungen wie zum Beispiel eine Honigschleuder für die erste Zeit mitbenutzen darf. „Eventuell kann die Imkerei sogar am Bienenstandort des Mentors begonnen werden“, sagt sie. Doch zuerst sei es ratsam, eine Bienengift-Allergie mit dem Arzt abzuklären.

Neuimker müssen sich auch beim zuständigen Veterinäramt melden. Das würde im Fall einer Bienenseuche wie die Amerikanische Faulbrut ein Sperrbezirk einrichten würde, um die Ausbreitung zu verhindern.

„Der Bienenstandort sollte warm und windgeschützt sein, aber nicht permanent direkter Sonneneinstrahlung und Wind ausgesetzt sein“, rät Kluxen. Wichtig sei auch, dass die Bienen sich ausreichend mit Wasser versorgen können. Sind keine natürlichen Wasservorkommen vorhanden, sollte eine Bienentränke aufgestellt werden. Das verhindere auch, dass sie den Pool des Nachbarn anfliegen und möglicherweise stören, so die Halstenbekerin.