Pinneberg
PZ-Regional

Religionen haben vieles gemeinsam

Wenn Bürgermeister oder ehrenamtliche Richter vereidigt werden, haben sie die Wahl, ob sie die Eidesformel mit oder ohne Gottesbezug leisten wollen. In der Landesverfassung in Schleswig-Holstein ist, im Gegensatz zum Grundgesetz, kein Verweis auf Gott vorhanden. Um das zu ändern, hat sich eine Volksinitiative gebildet – und zwar quer über alle Konfessionsgrenzen hinweg.

In Pinneberg haben Jüdische, Katholische, Evangelische und Türkisch-Muslimische Gemeinde diesen Ball aufgenommen und veranstalten eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema. Das ist vorbildlich und genau der richtige Weg. Über den Sinn oder Unsinn eines Gottesbezuges in der Verfassung, über seinen Wert und Nutzen lässt sich trefflich streiten.

Wichtig aber ist, dass die Menschen über Gott miteinander ins Gespräch kommen – und zwar egal, welcher Glaubensrichtung sie angehören. Und wichtig ist auch, dass die verschiedenen Religionen nicht, wie jahrhundertelang üblich, in Konkurrenz zueinander treten, sondern gemeinsame Sache machen. Schließlich gibt es mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen, als manchem bewusst ist. Und die Zeit der Glaubenskriege sollte lange der Vergangenheit angehören.