Pinneberg
Wettbewerb

„Klavier-Battle“ mit vielen Showeinlagen junger Künstler

Die elf jungen Klaviertalente, die an der „Klavier-Battle“ des Jahres“ in Wedel teilnahmen

Die elf jungen Klaviertalente, die an der „Klavier-Battle“ des Jahres“ in Wedel teilnahmen

Foto: Elvira Nickmann

Beim 3. Norddeutschen Piano Slam in Wedel zeigten elf junge Künstler ihre vielseitigen Talente. Der Sieger erhielt 300 Euro Preisgeld.

Wedel.  „Liebe Kinder, liebe Jugendliche, für mich seid ihr alle Sieger!“ Mit diesen Worten eröffnete Wedels Stadtpräsidentin Renate Palm am Sonnabend den 3. Norddeutschen Piano Slam, der unter dem Titel „Der Klavier-Battle des Jahres “ im Rahmen des Festivals „Pianos an der Elbe“ im Johann-Rist-Forum ausgetragen wurde. Elf junge Klaviertalente waren angetreten, um sich vor fast 250 Besuchern miteinander zu messen. Eine dreiköpfige Jury hatte bei einem Casting mit etwa 50 Bewerbern eine Vorauswahl getroffen. Über die Platzierung der elf Finalisten entschied das Publikum anhand von Stimmzetteln.

Festivalleiter Mathias Kosel hob besonders die internationale Besetzung hervor. „Der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf dem arabischen Raum. Das schließt eine Lücke“, sagte er. Trotz der Spannung kam keine steife Atmosphäre auf, dafür sorgten auch die Showeinlagen der jungen Künstler, die viele ihrer Stücke selbst geschrieben hatten.

Wummernde Beats vom Laptop

So stürmte bereits der erste Teilnehmer, der 14-jährige Philipp Thamer, ganz unüblich auf die Bühne, um dann unter Begleitung von wummernden Beats vom selbst gestarteten Laptop seine „House Party in Summertime“ zu performen. Frederic Pervier, 13, der sein Stück „Lumberjack’s Summertime“ betitelt hatte, kam im Holzfällerhemd auf die Bühne und brachte ein Holzscheit mit, das er am Ende seines Vortrags mit einem gezielten Handkantenschlag durchschlug. Cheng Chen dagegen, eine zehnjährige chinesische Pianistin, hielt es ganz klassisch, nur sie und der feuerrote Flügel waren während des Spiels auf der Bühne. Nach und nach absolvierten die Mädchen und Jungen die Pflicht, die unter dem Motto „Seasons“, also Jahreszeiten, stand. Nach der Pflicht spielten die Teilnehmer ein zweites Stück, das sie frei wählen konnten, dann wurden die Stimmzettel ausgezählt.

Überraschende Platzierungen

Als das Ergebnis des Wettbewerbs verkündet wurde, gab es eine weitere Überraschung. „Wir haben einen Sieger, zwei zweite und zwei dritte Plätze“, verkündete Kosel. Drittplazierte wurden Philipp Thamer und Cheng Chen, Zweite Amina Gaede und Furkan Yavuz, Sieger der 16jährige Christian Wermter. Inspiriert habe ihn ein Auftritt von David Garrett, hatte er vor seinem Spiel gesagt. Ob er auch so wahnsinnig schnell spielen könne, wollte Kosel daraufhin wissen. „Das werden wir gleich sehen“, hatte Christian da noch geantwortet. Er freute sich über den vom Steinway-Haus Hamburg gespendeten Preis von 300 Euro.

Auch die anderen Events des Festivals waren gut besucht. Zum Orchesterkonzert am Sonntagabend kamen circa 600 Besucher. Die drei Solistinnen Anna Scheps, Ekaterina Kitáeva und Susanne Hardick spielten unter anderem jeweils eine der vier Jahreszeiten von Vivaldi, die von Kees Schoonenbeek neu arrangiert wurden und so noch nie öffentlich aufgeführt worden sind. Den vierten Teil bestritten sie gemeinsam. Es gab viele nette Gespräche, auch mit den Musikern, und bereits direkt nach dem Konzert Sponsorenzusagen für das nächste Jahr.

Schlager-Revue als weiteres Highlight

Ein besonderes Highlight war jedoch die Schlager-Revue „Marmor, Stein und Eisen bricht“ mit der Musik von Christian Bruhns. Selbst erklärte Nicht-Schlager-Hörer konnten viele der Melodien mitsummen, haben sich doch „viele der Melodien ins Hirn eingegraben“, wie es ein Teilnehmer formulierte. Bildprojektionen sorgten für optische Untermalung der musikalischen Reise quer durch Europa, von der Titelmelodie von „Heidi“ über „Akropolis ade“ und „Pariser Tango“. Die beiden Musicaldarsteller Stefanie Kock und Alexander Kerbst wechselten die Kostüme passend zum Thema und ließen keine Langeweile aufkommen.

„Kommen Sie wieder“, hatte Mathias Kosel zum Abschluss des Piano Slams gesagt – laut dem begeisterten Zuspruch dürfte das seitens des Publikums keine Frage sein.