Pinneberg
PZ-Regional

Abschuss wäre ein Schnellschuss

Landwirte bei Ausfällen durch Gänsefraß entschädigen

Wenn die Wildgänse bei uns im Herbst zu Tausenden einfallen, ist das ein beeindruckendes Naturschauspiel. Doch nicht jeder kann sich darüber freuen. Landwirte sind verärgert, wenn sich die Zugvögel über das frisch ausgesäte Wintergetreide hermachen – verständlicherweise.

Die Wildgänse ziehen Grünland oder Getreidefelder den natürlichen Feuchtwiesen oder den Salzwiesen an der Küste vor, denn das sprießende Grün ist sehr viel eiweißreicher und nahrhafter als andere Pflanzen. Nun fordern Landwirte und auch Jäger, Ausgleichszahlungen für entstandene Schäden oder Wildgänse zum Abschuss frei zu geben.

Während die Ausgleichszahlungen nicht strittig sein sollten, ist die Bejagung mit Vorsicht zu genießen. So warnt unter anderem die Projektgruppe Gänseökologie der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft davor, denn das Verscheuchen führt zu Stress – und Stress zum höheren Energiebedarf. Das heißt, die Gänse müssten noch mehr fressen, um den Rückflug ins Brutgebiet zu schaffen. Folglich könnten die Schäden für die Landwirte noch größer werden. Sinnvoll und überraschend zugleich ist da der Vorschlag des Bauernverbandes, die Gänse von den Äckern zu locken, indem man ihnen anderswo einen vollen Tisch anbietet.

Seite 3 „Gänse von den Äckern umleiten“