Pinneberg
Stadtmarketing

SPD:Der Stadt Quickborn fehlen große Einzelhändler

SPD-Parteichef Eckhard Schramm will mit Hilfe von Sachverständigen aus der Wirtschaft ein Einzelhandelskonzept für Quickborn erarbeiten

SPD-Parteichef Eckhard Schramm will mit Hilfe von Sachverständigen aus der Wirtschaft ein Einzelhandelskonzept für Quickborn erarbeiten

Foto: Burkhard Fuchs

Die Quickborner SPD fordert ein Einzelhandelskonzept für Innenstadt als Vision 2050. CDU und Marketing-Initiative kritisieren den Vorstoß.

Quickborn. Die Kaufkraft in der Stadt Quickborn ist höher als im Bundesdurchschnitt und übertrifft die von Elmshorn, Pinneberg, Norderstedt und Henstedt-Ulzburg, wie ein Gutachten festgestellt hat. Gleichwohl gibt es viele Leerstände. „Die Bahnhofstraße ist tot, das Forum eine Missgeburt. Norderstedt und Henstedt-Ulzburg nehmen uns die Kaufkraft weg“, kritisiert SPD-Parteichef Eckhard Schramm. „Quickborn fehlt ein Zentrum. Wir brauchen ein zukunftsfähiges Einzelhandelskonzept für 2050.“

Dieses will die SPD bis 2017 mit Experten aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden erarbeiten. So müsse der Bereich zwischen Bahnhof und Rathhaus neu überplant werden, wo der Stadt zahlreiche Grundstücke gehören. Ziel müsse es sein, größere Einzelhandelsgeschäfte wie den Media Markt, C&A und H&M nach Quickborn zu locken. „Es gibt hier genug Leute mit Geld, die hier einkaufen gehen wollen.“

Bei der CDU stößt dieser Vorstoß auf scharfe Kritik. Sie würde jenen Bürgern vor den Kopf stoßen, die sich gerade für ein neues Stadtmarketing einsetzten. „Dieses Stadtmarketing geht weit über ein Einzelhandelsmarketing hinaus und schließt alle Bereiche des gemeinschaftlichen Lebens in Quickborn ein“, sagt Bernd Weiher. „Die SPD hat offensichtlich geschlafen und noch nicht bemerkt, dass die Bestandsaufnahme vor zwei Jahren schon stattgefunden hat und die dort tätigen Bürger jetzt in die Konkretisierungsphase eingetreten sind, denn sonst würde sie die engagierten Bürger nicht brüskieren“. So will diese Initiative einen Gutschein etablieren, der in vielen Geschäften als Zahlungsmittel anerkannt wird.

Dazu Schramm: „Die können so viele Gutscheine verkaufen wie sie wollen. Das funktioniert nicht, solange hier das Angebot fehlt.“ Zum Vorwurf Weihers sagt Schramm: „Die CDU hat doch jahrelang die Entwicklung verschlafen. Wir müssen jetzt anfangen, über längere Zeiträume zu schauen.“

Peter Gudelius von der Marketinginitiative kontert: „Außer Geld, Umsatz und Gewinn nichts im Sinn. Da sind die Stadtmarketing-Aktivisten schon viel weiter. Sie haben das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Kultur erkannt, denn Geld allein macht nicht glücklich.“