Pinneberg
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Nationalspieler Otte hilft Pinnebergs Hockeytalenten

VfL Pinneberg Fördertraining Hockey Hallennationalspieler Alexander Otte

VfL Pinneberg Fördertraining Hockey Hallennationalspieler Alexander Otte

Foto: Frederik Büll

Der erfolgreiche Hockeynationalspieler gibt den Jugendlichen des VfL Pinneberg Tipps im Fördertraining in der Turnhalle der Theodor-Heuss-Schule.

Pinneberg. Motivation zahlt sich immer aus. Derzeit ganz besonders, wenn man beim VfL Pinneberg Hockey spielt. Neun Teilnehmer des Fördertrainings bekommen jetzt nämlich Tipps von einem, der sich bestens auskennt. Alexander Otte, 33, Hallen-Nationalspieler, bietet derzeit alle zwei Wochen freitags ein zweistündiges Fördertraining in der Halle der Theodor-Heuss-Schule (THS) an. Frank Laurich, Vorsitzender der Hockey-Abteilung, hatte ihn für dieses Projekt gewinnen können, nachdem er zuvor bereits ein Stürmer-Camp geleitet hatte.

Jetzt wählten die Trainer der Jugend-Teams die fleißigsten und motiviertesten Schützlinge im Alter zwischen zehn und 15 Jahren für die Einheiten mit Otte aus. Die Pinnebergerin Katharina Henne, 15, ist bereits seit zehn Jahren Hockeyspielerin. „Es ist schon cool, dass uns einer wie Alexander Otte trainiert. Das hat ja nicht jeder“, sagt die Schülerin der Grund- und Gemeinschaftsschule in Pinneberg.

Der Nationalspieler ist hauptberuflich Spieler, Coach und arbeitet zudem auch als Fitness- und Athletik-Trainer. Im Februar gewann Otte als Debütant bei der Hallen-Weltmeisterschaft mit Deutschland Bronze und kürte sich durch seine 19 Treffer zum Torschützenkönig. Zufrieden mit der Platzierung war er nicht: „Wir hatten im Halbfinale gegen die Niederlande einen schlechten Tag. Es war mehr drin.“ Auch der zweite Platz 2008 bei der Europameisterschaft in Russland, bei der er ebenfalls die meisten Tore erzielen konnte, scheint ihn nicht übermäßig zufriedenzustellen. Otte ist erfolgshungrig. Einer wie er möchte eben immer das Maximum aus sich und den anderen herausholen.

Läuft in den Trainingseinheiten etwas nicht wie gewünscht, greift der Hockey-Trainer kurzerhand ein und kann dabei auch etwas bestimmender in seiner Tonart werden. „Die Mädchen sind meist weniger selbstbewusst. Da musst du als Coach häufiger loben. Die Jungs sind gedanklich alle schon Weltmeister. Die brauchen ab und zu einen Dämpfer“, so Otte. In den Einheiten mit dem Stürmer sollen die technischen Feinheiten und die bestmöglichen Handlungsoptionen in konkreten Spielsituationen geübt werden.

„Es geht darum, das hier Erlernte dann im Spiel gut anzuwenden. Die Technik muss ihrem Sinn entsprechend eingesetzt werden“, sagt der in Hamburg-Ottensen lebende Profi. Er selbst spielt in der Sommersaison auf dem Feld für die TG Heimfeld (2. Bundesliga). Im Winter schießt Otte seine Tore in der Bundesliga für den Großflottbeker THGC.

Annika Lahtz, Schülerin an der THS, ist von dem intensiven Training ebenfalls angetan. „Ich finde es gut, dass verschiedene Altersklassen gemeinsam miteinander trainieren.“ Lahtz und Henne stehen im schleswig-holsteinischen Landeskader. Max Bohla aus Halstenbek, der als Stürmer bei den A-Knaben des VfL auf Torejagd geht, kann sich vom treffsicheren Otte ebenfalls wertvolle Tipps abholen. „Die argentinische Rückhand bringt mir besonders viel Spaß. Auch wenn ich sie noch nicht so gut kann.“ Bei dieser Schlagart wird der Ball aus tiefer Körperlage mit der Rückseite des Schlägers angeschnitten.

Beim VfL tummeln sich viele Talente. Die vielversprechendsten gingen in der Vergangenheit jedoch häufig den Weg zu den großen Hamburger Vereinen. Die Hockey-Sparte befindet sich schon seit Jahren im Aufwind und wächst kontinuierlich. Über 220 Kinder und Jugendliche jagen mit einem Schläger in der Halle und auf dem Feld der Kugel hinterher. In zwei Jahren sollen es 300 sein, in fünf Jahren dann 500. Regelmäßig kommen Hockey-Bundesligatrainer aus dem Umland, um sich mit den Pinneberger Trainern auszutauschen.

Seit 2014 hat der Club mit Alexandra Eck eine festangestellte Trainerin, die sich speziell um die Förderung der Kinder kümmert und federführend die Schulkooperationen leitet. Zurzeit arbeitet der VfL mit der Grundschule in Borstel-Hohenraden sowie der Pinneberger Helene-Lange-Schule und der Grundschule Thesdorf zusammen. Im Mai werden im Sportunterricht an der Grundschule Waldenau die Hockey-Grundlagen vermittelt.

Nun soll auch die Infrastruktur wachsen, um das leistungsorientierte Hockey-Spielen in Pinneberg besser zu ermöglichen . Schon lange möchte der VfL Pinneberg einen Kunstrasenplatz bauen (siehe Infokasten links).