Pinneberg
Halstenbek/Pinneberg

Gleich zwei Internationale Schulen

Trotz des Großprojektes in PinnebergerhältHalstenbek eine neue Bildungseinrichtung – nur kleiner und ein Jahr später

Halstenbek/Pinneberg.  Die Internationale Schule für Halstenbek kommt später und mit einem geänderten Konzept. Der Schulstart auf dem Gelände der Japanischen Schule an der Dockenhudener Chaussee verschiebt sich um ein Jahr auf Sommer 2017 – und es wird eine rein englischsprachige Einrichtung mit maximal 300 Schülern entstehen. „Das Konzept, das wir eigentlich in Halstenbek verwirklichen wollten, realisieren wir jetzt in Pinneberg“, erläutert Marie-Louise Stoll-Steffan, eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt.

Ursprünglich war geplant, in Halstenbek eine englischsprachige Schule zu betreiben, die jedoch auch deutschen Kindern offen stehen und Deutsch auf Muttersprachler-Niveau unterrichten sollte. Sie sollte sich an den Lehrplänen von Schleswig-Holstein orientieren und als Ersatzschule anerkannt werden, also staatlich anerkannte Abschlüsse anbieten und staatliche Schulkostenzuschüsse erhalten. „Das wird nun nicht mehr der Fall sein“, kündigt Stoll-Steffan an.

Die Britannica International School in Halstenbek werde sich vielmehr am britischen Schulsystem orientieren, einen rein englischsprachigen Unterricht anbieten und den Status einer sogenannten Ergänzungsschule einnehmen. Wie bereits von Beginn an geplant, werde Kevin Mc Neany, Gründer von Orbital Education, die Einrichtung betreiben.

„Die Verhandlungen mit der Japanischen Schule über die Nutzung des Grundstücks sind noch im Gange“, erläutert die Initiatorin. Angestrebt werde ein Erbbaupachtvertrag. Der ursprünglich für dieses Frühjahr geplante Baubeginn sei vom Tisch. „Wir haben jetzt noch ein Jahr Zeit für die Verhandlungen und die weiteren Planungen“, sagt Stoll-Steffan. Bei einem Start der Arbeiten im Frühjahr 2016 könne die Aufnahme des Schulbetriebs zum Schuljahresbeginn 2017/2018 gewährleistet werden.

Die Bauzeit für den ersten Abschnitt wird 15 bis 18 Monate betragen. Als Architekt steht Helge Reimer von GRS Architekten aus Elmshorn bereit. Derzeit liegen die Pläne jedoch auf Eis, weil es noch keinen Vertrag über das Grundstück gibt. Ein positiver Bauvorbescheid seitens der Gemeinde liegt bereits seit Frühjahr 2014 vor. Erste Planungen sahen vor, Eingang und Schulhof des Gebäudes vom angrenzenden Wohngebiet abzuwenden. Genaueres steht noch nicht fest.

Deutlich weiter sind die Planungen für die Internationale Schule, die auf dem Gelände der ehemaligen Egger-stedt Kaserne in Pinneberg entstehen soll. Gemeinsam mit dem Bildungsträger WABE will die Life School GmbH, die Stoll-Steffan gemeinsam mit der Halstenbekerin Kristina Costa Thiele betreibt, dort im September 2016 den Schulbetrieb aufnehmen. „WABE hat die Kompetenz in Sachen Kindergärten, wir die für die Schulen. Das passt gut zusammen“, ist Stoll-Steffan überzeugt. Das Grundstück habe sich der Partner bereits gesichert. Geplant sei, mit der Grundschule und den fünften Klassen zu starten. Dies sei trotz der fortgeschrittenen Zeit realistisch, weil zunächst nur ein Gebäudeteil benötigt werde.

Langfristig seien auf dem Internationalen Campus weitere Gebäude sowie eine Schwimmhalle mit integriertem Lehrschwimmbecken und eine Dreifeldsporthalle, die internationalen Wettkampfbedingungen entsprechen soll, geplant. Zielgruppe der Schule sind laut Stoll-Steffan sowohl internationale als auch deutsche Familien aus der Metropolregion Hamburg, deren Kinder nach einem internationalen Schulkonzept lernen wollen.

Hauptunterrichtsprache wird Englisch sein, die Schule biete aber ebenso ein Deutschprogramm auf muttersprachlichem Niveau. Handlungsorientiertes Lernen solle ein wesentliches Element des pädagogischen Programms darstellen. „Wir sind mit dem Bildungsministerium in Kiel im Gespräch, es sieht sehr gut aus.“ Mit dem Status der Ersatzschule kann die Schule nach einer Wartefrist staatliche Zuschüsse erhalten und das Schulgeld sozialverträglich gestalten. Die Schule werde damit laut Stoll-Steffan allen Bildungsschichten offen stehen. Sie solle langfristig auf 700 Schüler anwachsen.

Warum das Konzept von Halstenbek nach Pinneberg transferiert wurde, erklärt die Initiatorin so: „Die Konditionen für den Bau einer solchen Schule sind in Pinneberg deutlich besser gewesen als in Halstenbek. Wir mussten da flexibel sein.“ In Pinneberg und Halstenbek würden zwei unterschiedliche Schultypen entstehen, die auch Gemeinsamkeiten aufwiesen, sagt Stoll-Steffan. So werde in der Kreisstadt neben dem Abitur auch das Internationalen Baccalaureate (IB) angeboten. Diesen Abschluss machen auch die Schüler in Halstenbek. „Für die höheren Klassen in der Oberstufe bietet sich eine Kooperation geradezu an.“