Pinneberg
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Kamerafahrten verunsichern Bürger in Pinneberg

Ein Wagen des Unternehmens Geonet Solutions filmt in der Pinneberger Humboldtstraße

Ein Wagen des Unternehmens Geonet Solutions filmt in der Pinneberger Humboldtstraße

Foto: Andreas Daebeler

Die Kreisstadt lässt derzeit ein Straßenkataster erstellen. Die Verwaltung garantiert besorgten Bürgern, dass der Datenschutz gewährleistet ist.

Pinneberg. Ein ruhiges Wohngebiet in Pinnebergs Süden. Hier an der Humboldtstraße wohnt Wolfgang Braun. Und der staunte nicht schlecht, als am Dienstagmittag ein mit mehreren Kameras ausgerüstetes Auto vor seiner Tür auftauchte. Der orange lackierte Wagen habe mehrere Minuten rangiert, die Sucher der Kameras auf sämtliche Hauseingänge ausgerichtet, so Braun. Er griff selbst zum Fotoapparat, dokumentierte das Geschehen. „Ich habe auch ein Video gedreht“, sagt er. Und spricht von „einem unguten Gefühl“, das sich bei ihm eingestellt habe. „Was veranlasst die, unsere Häuser aufzunehmen?“

Hintergrund der Kamerafahrten: Pinneberg lässt derzeit den Zustand seiner Straßen ermitteln. Dafür sei die Fachfirma Geonet Solution eingeschaltet worden, so Rathaussprecher Marc Trampe. Auch er habe bereits den Anruf eines besorgten Bürgers erhalten. „Ich kann versichern, dass Datenschutzbestimmungen eingehalten werden.“ Von den Kameras erfasste Kennzeichen oder Gesichter werden laut Trampe verpixelt, die Daten ohnehin nur an intern ausgewählten Arbeitsplätzen genutzt. Eine Veröffentlichung der Aufnahmen sei ausgeschlossen. Eine Befürchtung Brauns, Fotos und Videos könnten womöglich ohne Zustimmung der Bürger an Unternehmen für Navigationssoftware verkauft werden, sucht er zu zerstreuen. „Das kann ich absolut ausschließen“, so Trampe am Mittwoch. Informationen über an Straßen grenzende Flurstücke würden nicht ausgewertet.

Laut Trampe ist es Ziel, ein umfangreiches Straßenkataster zu erstellen. Die eingesetzten Fahrzeuge seien mit hochmodernen Sensoren und Vermessungstechnik ausgestattet. Ein mitlaufender Laser erfasse kleinste Unebenheiten und Beschädigungen. Mitarbeitern der Bauverwaltung erleichterten die ermittelten Daten künftig die Arbeit.

Erfasst werden nicht nur die Beläge von Hauptverkehrsadern. Auch kleinere Wege in Wohngebieten, Parks und Grünanlagen werden abgelichtet, zudem das Straßeninventar. Dazu gehören Laternen, Mülleimer, Haltestellen sowie Pflanzkübel auf öffentlichem Grund. Die Vermessungsarbeiten können sich noch über mehrere Wochen hinziehen.