Pinneberg
Glänzend im Geschäft

Der Spezialist für Selbstklebetechnik

Mit der Steierform-Selbstklebetechnik können Reglereinheiten auf Leiterplatten fixiert werden

Mit der Steierform-Selbstklebetechnik können Reglereinheiten auf Leiterplatten fixiert werden

Foto: Firma Max Steier

Das inhabergeführte Familienunternehmen Max Steier aus Elmshorn fertigt individuelle Produkte für die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe

Elmshorn/Kölln-Reisiek.  Ihre Produkte finden sich in Leiterplatten, Spiegeln, Trittschutz oder Schutzleisten. Wenn´s scheuert, klappert, geschützt werden muss, findet Max Steier die Lösung. Die Elmshorner Firma liefert unter der Marke Steierform Selbstklebetechnik an die Automobil-, die Elektroindustrie, den Maschinenbau und andere Verarbeitungsbetriebe.

„Wir bieten passgenaue Stanzzuschnitte zum Verbinden, Abdecken und Kennzeichnen oder technische Etiketten für das In- und Ausland sowie Rollenware, millimetergenau zugeschnitten“, sagt Karl-Christian Dormann, der gemeinsam mit seinem Vater Wolfgang Dormann die Geschäfte leitet. „Wir fertigen zum Beispiel Klebepunkte, die vor der Lackierung auf Bohrlöchern angebracht werden, um saubere Kanten zu bekommen.“ Diese müssen verschiedene Temperaturen aushalten, gegebenenfalls auch chemische Verbindungen. „Wir stellen auch Zuschnitte für Displays in Gehäusen her“, sagt der 34 Jahre alte Wirtschaftsingenieur, „ebenso selbstklebenden Schaum, mit dem Geräusche gedämmt werden können.“ Zudem hat Steier technische Etiketten im Angebot – alles individuell auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten.

Ein weiterer Unternehmensbereich ist die Produktion von Ordnungsmitteln und Produkten zur Verkaufsförderung wie Mappen, Ordner, Register, Hefter und Hüllen. Der individuelle Bürobedarf wird unter dem Namen Steierplast vermarktet. Die Produkte werden im Werk in Elmshorn am Steindamm gefertigt.

„Dieser Bereich hat sich in den vergangenen Jahren verändert“, sagt Karl-Christian Dormann. Firmen informieren ihre Kunden zunehmend digital anstatt mit Katalogen und Broschüren. Das Hauptgeschäft liegt daher bei Steierform.

Das mittelständische Unternehmen mit 160 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von 17 Millionen Euro ist fast 80 Jahre alt. „1936 gründete mein Großvater Max Steier ein Handelsunternehmen für den Vertrieb von Glukose- und Zuckerderivaten in Berlin“, sagt Monika Dormann. Im Zuge der Kriegswirren hätten die Großeltern Berlin verlassen. „Sie zogen nach Elmshorn, näher an ihre Kunden.“

Als ein Verpackungsmaterial für die Lebensmittelzusätze gesucht wurde, sei Max Steier 1950 in den USA auf einen neuen Kunststoff gestoßen – Polyethylen (PE). Er kaufte daraufhin eine Schweißmaschine zur Verarbeitung. „So entwickelte sich aus dem Handelsunternehmen allmählich ein Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie“, sagt die 61 Jahre alte Diplomkauffrau. Seit 1958 wurden neben den Kunststofffolien auch selbstklebende Materialien für industrielle Anwendungen verarbeitet.

Monika und Michael Dormann bauten in der dritten Generation seit 1979 die Firma weiter aus. 1988 stiegen sie in die SMD-Technik ein. SMD – surface-mounted device (deutsch: oberflächenmontiertes Bauteil) – ist ein Fachausdruck aus der Elektronik. SMDs sind elektronische Bausteine, die direkt auf eine mit Leiterbahnen versehene Oberfläche gelötet werden. „Wir sorgen für Prozessoptimierungen bei unseren Kunden“, sagt Karl-Christian Dormann. So sorgen Steierform-Gurtverbinder dafür, dass Bestückungsautomaten ohne Anhalten durchfahren können, indem sie sogenannte Bauteilgurte in denen die Chips stecken, miteinander verbinden. Bald reichte der Platz in Elmshorn nicht mehr aus. Im Jahr 2000 entstand ein weiteres Werk in der Nachbargemeinde Kölln-Reisiek mit rund 4700 Quadratmetern Nutzfläche.

Während Steier früher beispielsweise die Folien für die Ampelmännchen fertigte, bestehe heute die tägliche Herausforderung darin, bei Neuentwicklungen – sei es im Flugzeugbau, in der Windenergie oder der Solartechnik – dabei zu sein. „Aber das ist es auch, was die Arbeit so spannend macht“, sagt Monika Dormann. Die Unternehmerfamilie bedient tausende verschiedene Kunden, hauptsächlich in der Automobil- (zum Beispiel Opel), Elektro- (Siemens) oder Maschinenbaubranche (Robert Bosch).

Die Anwendungstechniker arbeiten eng mit den Mitarbeitern der Entwicklungsabteilung zusammen. „Hat der Kunde ein Problem, helfen wir bei der Suche nach der Lösung“, sagt Monika Dormann. Sie betont, Steier sei ein Verarbeiter. „Wir kaufen Papier, ob selbstklebend oder nicht, ein und können aus rund 200 verschiedenen Materialien kombinieren.“ Das Produkt wird vor Ort beim Kunden getestet.

Langsames, aber kontinuierliches Wachstum ist den Firmeninhabern wichtiger als eine rasante Entwicklung. „Wir verfolgen langfristige Ziele, stehen für konstante Qualität, Verlässlichkeit und soziale Nachhaltigkeit“, sagt Monika Dormann. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liege bei 15 Jahren. Einige Mitarbeiter feiern sogar 40 Jahre Zugehörigkeit im Unternehmen.