Pinneberg
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Suzan Emine Kaube: Künstlerin mit vielen Talenten

Suzan Emine Kaube

Suzan Emine Kaube

Foto: Stefaniya Ovcharova

Suzan Emine Kaube ist international gefragt als Malerin und Autorin – in ihrer Wahlheimat Pinneberg ist sie jedoch kaum bekannt.

Pinneberg.  Ihre Bilder sind in Großbritannien, Italien, China, Nord- und Südamerika bekannt, für einen ihrer Romane hat die Schriftstellerin sogar einen international renommierten Preis gewonnen. Paradox ist jedoch, dass Suzan Emine Kaube in Deutschland kaum bekannt ist. Warum das so ist, das weiß die in Pinneberg lebende Malerin und Autorin selbst nicht so genau.

Die 73 Jahre alte Künstlerin mit türkischen Wurzeln ist im Ausland sehr gefragt. Ihre Bilder sind unter anderem in italienischen und amerikanischen Kunstkatalogen mit moderner und abstrakter Kunst zu finden. Ein Zeichen für ihre Anerkennung im Ausland sind auch die Einladungen zu zahlreichen Ausstellungen, die sie nach eigenen Angaben regelmäßig aus der ganzen Welt bekommt.

Alles hat vor 51 Jahren begonnen, als die Künstlerin und ihr Ehemann Klaus Kaube von Istanbul nach Ulm zogen, seit dem Jahr 2007 leben sie zusammen in Pinneberg. Das Paar hatte sich während des Auslandstudiums von Klaus Kaube in der türkischen Metropole Istanbul kennengelernt. „Wir haben uns jeden Tag an der Bushaltestelle getroffen“, erzählt sie. „Nach einem Ausflug zu den Prinzeninseln hat sich ergeben, dass da mehr als eine Freundschaft ist.“

Wenn sie sich heute an den Anfang ihres Lebens in Deutschland erinnert, nennt sie das Land „mein Zuhause“. Suzan Emine Kaube hat Pädagogik, Politikwissenschaft und Soziologie an der Hamburger Universität studiert, zwei Kinder großgezogen und zehn Jahre als Pädagogin mit ausländischen Kindern gearbeitet.

Doch das reichte ihr irgendwann nicht mehr. Als sie 55 Jahre alt war, so die Künstlerin, habe sie sich gesagt: „Ich muss endlich etwas anderes machen. Etwas, das mir am Herzen liegt.“ Sie begann zu malen, führte damit eine Leidenschaft aus ihrer Kindheit fort. „Ich habe immer Schlösser gemalt, ich fand die damals und finde sie auch heute noch bezaubernd.“

Ihre Motive sind mittlerweile andere. Suzan Emine Kaube nimmt bei der Gestaltung ihrer Bilder aktuelle Themen wie extremen Islamismus, Krieg und Umweltkatastrophen auf. Die damit verbundenen Folgen und Problematiken spiegeln sich in ihren Bildern wider.

Die Künstlerin versucht, durch ihre Bilder eine Botschaft zu vermitteln, die ihr sehr am Herzen liegt: Eine Welt ohne Krieg und ohne Mord, mehr Mitleid und mehr Rücksicht. Die Religion bedeute für sie selbst und für ihre Familie nicht so viel, ihr Kommentar dazu lautet: „Es gibt einen Gott für alle, wichtig ist es, ein guter Mensch zu sein.“

Schnell machte sie sich einen Namen in der internationalen Kunstszene, ihre Gemälde wurden bereits in Rom, London und auch in Hamburg ausgestellt. Erfolg im Ausland hat sie nicht nur mit ihren Bildern, sondern auch mit ihren Büchern. Im Jahr 2002 verlieh der Weltverband der Schriftsteller in London (WWA) der Autorin für den Roman „Auf türkisgrünen Flügeln“ den Europapreis für Literatur in der Klasse „Verständigung der Völker“. Heute, im Alter im 73 Jahren, schreibt sie weiter Bücher und malt intensiv.

Das reicht Suzan Emine Kaube aber nicht, sie hat sich neue Ziele gesetzt. Die Pinnebergerin will mit jungen Künstlern arbeiten und ihre
Erfolgsgeheimnisse mit anderen Malern und Autoren teilen. Ein kleiner Tipp von ihr vorab: „Man muss ein kluger Kopf sein und sich dann weiterbilden.“

Stefanie Fricke, die künstlerische Leiterin des Kreiskulturzentrums Landdrostei, hat die Wahl-Pinnebergerin Suzan Emine Kaube als Pinneberger Künstlerin bislang allerdings noch nicht kennengelernt. „Viele Künstler lerne ich kennen, indem sie mich zu einer ihrer Ausstellungs­eröffnungen einladen“, sagte sie im Gespräch mit dem Abendblatt.