Pinneberg
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Paasch-Halle für Flüchtlinge tabu

Pinneberger Ausschuss lehnt Vorschlag ab. Klage gegen das DRK und Irritation um ehemalige Kita

Pinneberg. Die Ernst-Paasch-Halle in Pinneberg wird nicht zur Flüchtlingsunterkunft. Der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen lehnte am Donnerstagabend diesen von der Verwaltung vorgeschlagenen Standort ab. Alternativ soll eine städtische Immobilie an der Elmshorner Straße für 500.000 Euro umgerüstet werden, um Asylbewerber und Obdachlose aufnehmen zu können. Der Umbau der Paasch-Halle, die seit längerem auch als Kulturzentrum im Gespräch ist, wäre mit Kosten von 45.000 Euro deutlich preiswerter gewesen.

Die anderen Standorte, die in dem Konzept von Rathaussprecher Marc Trampe aufgeführt wurden, fanden die Zustimmung der Politik. So ist an der Schauenburger Straße eine städtische Liegenschaft betroffen, hier betragen die Umbaukosten 200.000 Euro. 620.000Euro fließen in ein Containerdorf, das auf dem Parkplatz der Sportanlage Müssentwiete aufgestellt werden soll. Und auch der nicht mehr genutzte Kindergarten am Horn soll für diese Zwecke umgebaut werden, die Kosten werden auf 50.000 Euro geschätzt. Außerdem fließen ebenfalls auf Antrag der SPD 150.000 Euro in die Erweiterung der bestehenden Containerunterkünfte am Thesdorfer Weg.

„Aktuell sind der Stadt 205 Flüchtlinge zugewiesen, hinzu kommen 99Obdachlose“, so Trampe. Bis zum Jahresende rechne die Stadt mit mehr als 400 Personen, die unterzubringen seien. Um das bewältigen zu können, „setzen wir auf drei Säulen“, so Trampe weiter. Die Stadt schaffe für 1,6 Millionen Euro weitere Plätze, sie suche weitere Mietobjekte sowie Investoren, die neue Wohnhäuser für diese Zwecke bauen und an die Stadt vermieten.

Das Angebot des DRK, das nicht mehr genutzte Altenheim am Rehmen in Thesdorf als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen, kam nicht zum Tragen. Ein Antrag der Grünen, die diesbezüglich weitere Gespräche führen wollten, wurde mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen beschlossen die Kommunalpolitiker, die Hilfsorganisation auf die bedingungslose Rückübertragung des Grundstückes inklusive Immobilie zu verklagen. Die Stadt hatte einst das Grundstück für Altenarbeit zur Verfügung gestellt. Das DRK will nun einer Rückübertragung nur dann zustimmen, wenn die Stadt eine Entschädigung von 1,2 Millionen Euro zahlt. Diesen Wert für Areal und Immobilie hatte ein umstrittenes Gutachten ermittelt.

Umstritten ist auch die Nutzung der ehemals kirchlichen Kita am Horn für die Flüchtlingsunterbringung. Noch am Dienstagabend hatte Claus Meyer, Rektor der Grundschule Thesdorf, im Schulausschuss den Plan öffentlich gemacht, das Gebäude für die außerschulische Betreuung von Grundschülern anzumieten. Entsprechende Gespräche mit der Kirche seien bereits geführt, so Meyer. Zuvor hatten Eltern beklagt, dass ab dem neuen Schuljahr für bis zu 40 Kinder ein Betreuungsplatz fehle und die zuständige Rathausmitarbeiterin Traudchen Perrefort hatte „ein massives Betreuungsproblem“ eingeräumt.

„Wir haben uns am Donnerstag mit dem Schulleiter zusammengesetzt und es zeichnet sich eine Lösung ab“, sagt Rathaussprecher Trampe. Welche, will er nicht nennen. Der ehemalige Kindergarten bleibe jedoch für die Flüchtlinge reserviert.