Pinneberg
Wedel

Vertrag für neue Wedeler Rettungswache liegt vor

Abriss an der Regio Klinik beginnt. Retter sollen in den Neubau im Dezember einziehen

Wedel. Geschafft. Lange hat es gedauert. Zweimal wurde der Termin für die Vertragsunterzeichnung verschoben. Doch jetzt ist die Unterschrift auf dem Vertrag getrocknet, dem Bau der neuen Wedeler Rettungswache neben dem Krankenhaus an der Holmer Straße steht damit nichts mehr im Wege. Das bestätigt Pressesprecher Christian Mandel von der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) auf Abendblatt-Nachfrage.

Mit dem Abriss des alten Gebäudes, das für den geplanten Neubau weichen muss, soll so schnell wie möglich begonnen werden. „Parallel dazu wird der Bauantrag gestellt und die Ausschreibung auf den Weg gebracht“, so Mandel. Noch in diesem Jahr soll das Gebäude stehen und von den Wedeler Helfern bezogen werden können. „Der Mietbeginn ist für Mitte Dezember geplant“, sagt der RKiSH-Sprecher.

Denn die Rettungsdienst-Kooperation tritt in diesem Fall als Mieter auf, Investor und Grundstückseigentümer ist der neue Nachbar, die Sana-Gruppe beziehungsweise die Regio Kliniken. Das Unternehmen errichtet auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal unmittelbar neben dem Krankenhaus das Gebäude, das dann langfristig an die RKiSH vermietet wird. Dafür weicht ein altes Verwaltungsgebäude in der Nähe der Notaufnahme, in dem einst der Betriebskindergarten untergebracht war und das zuletzt leer stand.

Rund 1,5 Millionen Euro investieren die Regio Kliniken in das Bauprojekt. „Wir sehen uns als starken Partner der Rettungskooperation“, sagt Kliniksprecher Sebastian Kimstädt. Es sei eine gute Lösung, dass der Rettungsdienst und das Krankenhaus räumlich so eng zusammenarbeiten können.

Ein Modell, das die Regio Kliniken auch in Uetersen weiterverfolgen. Auch hier brauchen die Retter durch den Verkauf des alten Krankenhauses nach dem Umzug der Klinikmitarbeiter nach Elmshorn eine neue Unterkunft. Auch hier will das Klinikunternehmen als Investor auftreten. Allerdings gestaltet sich der Uetersener Fall schwieriger, da mit der Kreisverkehrsgesellschaft KViP ein weiterer Partner im Boot ist. Denn geplant ist, dass die neue Wache auf dem KviP-Gelände an der Bahnstraße entsteht. „Die Verhandlungen laufen noch“, so Kimstädt.

Das zumindest muss Hans Marx seinen Kollegen an der Wedeler Wache nicht mehr sagen. Für den Leiter der Rettungswache ist die Nachricht von der endlich gesetzten Unterschrift und dem somit beginnenden Bau eine besonders freudige. Denn seit Jahren müssen sich die Retter mit sehr beengten Verhältnissen arrangieren. Der derzeitige Sitz an der Pinneberger Straße ist viel zu klein. Die Wache war beim Einzug 1994 für acht Mitarbeiter und ein Fahrzeug ausgelegt. Heute arbeiten 40 Mitarbeiter für die Rettungsdienstkooperation RKiSH in Wedel. Ihnen stehen drei Rettungs- sowie ein Notarztwagen zur Verfügung.

Diese Fahrzeuge sowie zwei mögliche zusätzliche Rettungswagen, die als Reserve für ausgefallene Fahrzeuge im Bereich Pinneberg-Süd gedacht sind, sollen nun in der rund 700 Quadratmeter großen Wache am Krankenhaus Platz finden. Die Pläne sehen Aufenthalts-, Umkleide-, Ruhe- und Besprechungsräume, großzügige Lagerflächen sowie einen weiteren Stellplatz zum Waschen und Desinfizieren der Fahrzeuge vor. „Wir haben das Möglichste für das Personal herausgeholt, sodass wir die nächsten 20 Jahre Ruhe haben sollten“, sagt Marx auch mit Blick auf die Ausbaukapazitäten.

Denn die neue Wache wurde mit Blick auf die künftigen Herausforderungen entworfen. In den kommenden Jahren werden aufgrund des demografischen Wandels und der wachsenden Bevölkerung in der Metropolregion die Einsatzzahlen voraussichtlich steigen. Die Außenwände sind so gestaltet, dass sehr leicht erweitert werden kann. Mandel sagt deshalb: „Wedels neue Wache ist das Modell der Zukunft.“