Pinneberg
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Katzentatzentanz in Pinneberg

Musical-Company führt „Cats“ auf – als erstes Amateurtheater in Deutschland. Die 37 Darsteller probten sieben Monate

Pinneberg. Es ist das wohl bekannteste Musical der vergangenen Jahrzehnte: Andrew Lloyd Webbers „Cats“, das allein in Hamburg fast 15 Jahre mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Viele Profis sind schon in die hautengen Katzenkostüme geschlüpft, jetzt machen es ihnen die jungen Darsteller der Musical-Company Pinneberg nach. Als erstes Amateurtheater in Deutschland – außer Schultheatergruppen – hat sich die Truppe die Aufführungsrechte an dem Stück gesichert. An zehn Abenden im März bringen die Sänger und Tänzer „Cats“ auf die Bühne des Pinneberger Hotels Cap Polonio.

„Die Erwartungshaltung der Zuschauer ist natürlich sehr hoch, es ist eine große Herausforderung, der gerecht zu werden“, meint Arnfried Oprotkowitz. Der 37-Jährige ist Vorsitzender der Musical-Company, er führt bei dieser 22. Produktion des Musiktheatervereins Regie. Zwar hätten sie in der 16-jährigen Geschichte der Company schon andere große Produktionen gestemmt, doch diesmal sei der Aufwand noch einmal größer. „Es ist ja nicht nur der Gesang und die Choreografie, auch die Maske und natürlich die Kostüme sind besonders aufwendig. Außerdem ist unsere Live-Band mit 13 Musikern ungewöhnlich groß.“

37 Darsteller wirken bei der Aufführung mit, die jüngste ist 16, der älteste 52 Jahre alt. Vivien Menzel ist seit anderthalb Jahren in der Company. Bei „Cats“ mitzuwirken, sei eine besonders tolle Erfahrung, meint die 19-Jährige. „Die Kostüme sind der Wahnsinn und es macht einfach Spaß, mit den anderen zu singen und zu tanzen.“

Die Musical-Company ist ein Amateurtheater, aber, wie Pressesprecher Andreas Hettwer betont, kein Laientheater. Die meisten Darsteller hätten bereits mehr oder weniger umfangreiche Vorkenntnisse, sie sind ausgebildete Musicaldarsteller oder besuchen zurzeit eine entsprechende Schule, andere haben Gesangs- oder Tanzerfahrung, einige sind auch Cheerleader oder Kunstturner. Und sie zeigen gern, was sie drauf haben.

Es ist Zeit für den Soundcheck in der Aula der Grund- und Gemeinschaftsschule Pinneberg, wo das Ensemble seit rund sieben Monaten zwei- bis dreimal in der Woche geprobt hat. Nacheinander treten die Darsteller, an deren Stirn jeweils ein kleines Mikrofon klebt, an den Bühnenrand, singen mit kräftigen Stimmen ein paar Zeilen und winden sich – nur zum Spaß – für ein, zwei Minuten mit geschmeidigen Bewegungen in ihre Rolle hinein.

Krallen werden ausgefahren, Fußspitzen tippen ausgestreckt auf den Bühnenboden, Finger fahren an aufgemalten Schnurrhaaren entlang und puschelige Katzenschwänze wackeln an wiegenden Hüften. Die Kollegen unterhalten sich unterdessen leise im Hintergrund, tänzeln ein paar Schritte, zeigen sich Fotos auf ihren Smartphones und korrigieren sich gegenseitig Details an ihren Kostümen. Sie alle tragen hautenge, handbemalte Bodys; die Kostüme sind denen aus der Hamburger Produktion originalgetreu nachgeahmt. Die verschiedenen Farbzeichnungen kennzeichnen sie als jeweils eine spezielle Katze aus dem Stück.

Darin geht es um das jährliche Zusammentreffen der sogenannten Jellicle Cats zum Jellicle Ball auf einer Londoner Müllhalde. Jede muss sich von ihrer besten Seite zeigen und aus ihrem Leben berichten. Ihr Anführer, ein alter Kater namens „Old Deuteronomy“, entscheidet schließlich, welche Katze die Chance auf ein zweites Leben erhält. Wer aus der Company welche Rolle übernimmt, wurde erst nach einem achtwöchigen Workshop zu Beginn der Proben entschieden.

Es gibt noch wenige Restkarten für die Vorstellungen, die Donnerstag bis Sonnabend, 12. bis 21. März, täglich um 19.30 Uhr, am Sonntag um 17Uhr, im Hotel Cap Polonio, Fahltskamp 48, beginnen. Karten (20 Euro, ermäßigt 16 Euro) gibt es im Internet auf www.musical-company.net und mit Glück auch noch an der Abendkasse. Weitere Vorstellungen vom 8. bis 17. Oktober, der Vorverkauf dafür beginnt am 9. Mai.