Pinneberg
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Brandstifter ängstigt Pinneberger Anwohner

Laut Kripo wurden alle drei Feuer in der Reichenberger Straße vorsätzlich gelegt. Auch im Umfeld des Wohnblocks brannte es mehrfach

Pinneberg. Nach mehreren Feuern im Norden der Stadt scheint klar: In Pinneberg treibt ein Brandstifter sein Unwesen. Besonders im Fokus stehen dabei die Wohnblocks an der Reichenberger Straße, in denen es seit Dezember zu drei Kellerbränden gekommen ist. Nach Angaben der ermittelnden Kripo handelt es sich eindeutig um Brandstiftung. In zwei Fällen seien Kinderwagen angezündet worden, im dritten Fall ausgediente Gegenstände, die im Keller lagerten.

Der vorerst letzte Feuerwehreinsatz datiert von Mittwochnachmittag, als 40 Einsatzkräfte im völlig verqualmten Keller des Blocks Reichenberger Straße 3 einen brennenden Kinderwagen in einem der Kellerverschläge löschen mussten. „Teilweise mussten meine Kameraden auf dem Bauch liegend vorwärtsrobben, um an den Brandherd zu gelangen“, beschreibt Pinnebergs Wehrführer Claus Köster die Situation vor Ort. In dem benachbarten Gebäude Reichenberger Straße 5 brannte es zudem am 27. Februar, als der Kellerbereich des Treppenhauses betroffen war, sowie am 13. Dezember, als wiederum ein Kinderwagen in einem Verschlag Feuer gefangen hatte. Eine Schwierigkeit für die Feuerwehr besteht darin, dass die Keller der verschiedenen Blocks miteinander verbunden sind, sodass sich der Rauch großflächig ausbreiten kann.

„Die Bewohner des Hauses sind verängstigt und besorgt“, sagt Köster weiter. Angesichts der jüngsten Ereignisse könne er die Besorgnis nachvollziehen. Laut Köster ist der entstandene Schaden beträchtlich – und die Gefährdung der Hausbewohner immens. Bisher wurden zum Glück nur zwei Menschen leicht verletzt, sie hatten beim ersten Brand im Dezember Rauchgase eingeatmet. „Wir haben jedes Mal die Bewohner aufgefordert, in den Wohnungen zu bleiben und Türen und Fenster geschlossen zu halten“, so der Wehrführer.

Auf diese Weise seien Schäden in den Wohnungen sowie die Gesundheitsgefahr für die Mieter, die durch das verqualmte Treppenhaus hätten flüchten müssen, minimiert worden. Das Treppenhaus von Nummer 5 selbst sei dank des Feuers vom vorigen Freitag kohlrabenschwarz und müsse umfangreich saniert werden. Auch die Kellerbereiche seien stark beschädigt, Fensterscheiben zerstört worden.

Nach den Ermittlungen der Kripo ist in allen drei Fällen eine Selbstentzündung ebenso ausgeschlossen wie eine technische Ursache. Konkrete Anhaltspunkte auf mögliche Täter gibt es noch nicht. Die Ermittler wollen ihre Arbeit in den nächsten Tagen intensivieren und in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und der in Hamburg ansässigen Hausverwaltung Maßnahmen ergreifen. Welche genau das sind, soll zunächst nicht mitgeteilt werden.

Doch es brennt nicht nur in den Wohnblocks. In unmittelbarer Nähe steht an der Köpenicker Straße ein Hochhaus, das der Feuerwehr ebenfalls ein Begriff ist. Zuletzt rückten 17 Einsatzkräfte gegen 1 Uhr in der Nacht zu Donnerstag, nur achteinhalb Stunden nach dem Einsatz an der Reichenberger Straße, dorthin aus. „Ein großer Sperrmüllhaufen stand in Flammen, der an einer Garagenwand stand“, berichtet Köster. Mithilfe von 1000 Litern Wasser und 200 Litern Schaum habe das Feuer zügig gelöscht werden können. Die Ursache: eindeutig Brandstiftung. Das Ordnungsamt der Stadt will laut dem Wehrführer die ausgebrannten Überreste des Sperrmüllhaufens so schnell wie möglich entfernen. Köster erzählt von weiteren Feuern im Umfeld des Hochhauses. So stand einmal ein Motorroller in Flammen. Ein anderes Mal sei versucht worden, ein Fahrzeug in Brand zu setzen. Ob ein Zusammenhang zwischen all diesen Feuern besteht, muss nun die Kripo herausfinden.