Pinneberg
Elmshorn

Beschäftigte der Regio-Kliniken protestieren

Dienstleistungen sollen ausgelagert werden. Ver.di ruft zum Pausen-Gespräch auf

Elmshorn. „Jetzt beginnt die Saure-Gurken-Zeit“, „30 Jahre im Standby ist der Sana einerlei“ oder „Wir alle sind Krankenhaus“ stand auf den Transparenten, die die Beschäftigten der Regio-Klinik in Elmshorn in ihrer Mittagspause am Montag vor dem Eingang hoch hielten. Kollegen an den Standorten Wedel und Pinneberg hatten sich ebenfalls zum sogenannten Pausen-Gespräch versammelt, zu dem die Gewerkschaft ver.di aufgerufen hatte. Grund ist die drohende Schließung der Service-Bereiche.

Die Geschäftsführungen der Regio-Kliniken und der Pinneberger Klinik Servicegesellschaft (PKS) planen, Reinigung, Küche, Archiv, Service, Patiententransport und Empfang zum 1. Juli zu schließen und die Dienstleistungen auszulagern. Etwa 160 meistens langjährig Beschäftigte des Klinikums und etwa 160 Beschäftigte der PKS rechnen mit ihrer Kündigung. „Fast 90 von ihnen arbeiten seit 30 und mehr Jahren in den Kliniken“, sagt Fachsekretärin Heike Maser-Festersen. „Ver.di hält das Vorgehen aus wirtschaftlicher und fachlicher Sicht für eine Fehlentscheidung – und auch für ein sozial zynisches Vorgehen.“ Das Einsparpotenzial durch eine weitere Senkung der ohnehin nicht üppigen Vergütung sei überschaubar. „Prekäre Arbeitsbedingungen und niedrigere Entlohnung neu eingestellter Mitarbeiter senken Motivation, Leistungsumfang und Arbeitsqualität, führen zu Identitätsverlust, erhöhen die Mitarbeiterfluktuation und schädigen das Betriebsklima“, heißt es in einer Petition, die am Montag dem Aufsichtsrat vorgelegt wurde – unterschrieben von zahlreichen Mitarbeitern.

Mit der Umstrukturierung des Dienstleistungssektors will der Konzern mehr als zwei Millionen Euro im Jahr einsparen. Die Geschäftsführung hat den Betriebsrat zu Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufgefordert. „Es ist das Ziel, die Reorganisation so sozialverträglich und so zügig wie möglich zu einem Abschluss zu bringen, um für die betroffenen Mitarbeiter Gewissheit zu schaffen“, so Kliniksprecher Sebastian Kimstädt.