Pinneberg
Moment mal!

Planer in die Sandkiste!

Eine Glosse von Rainer Burmeister

Das habe ich schon als Knirps ausprobiert: Wenn man Sand von einem Eimer in den anderen schüttet, muss der groß genug sein, um die Menge aufnehmen zu können. Input gleich Output heißt dieser Prozess neudeutsch.

Schade, dass manchen Politikern und Verwaltungsstrategen in der Region dieses Prinzip nicht (mehr) bekannt ist. Da werden in Pinneberg über Jahre hinweg neue Wohngebiete ausgewiesen. Und viel zu spät kommt die Erkenntnis, dass neue Bürger auch Nachwuchs haben, der Platz in Kindertagesstätten und Schulen braucht. Doch für Neubauten reicht das Geld vorn und hinten nicht. Haben da etwa ein paar Verantwortliche zu viel griechischen Wein getrunken?

Ähnlich läuft es auf der A23, wo bekanntlich im Berufsverkehr oft überhaupt nichts läuft: Vier Jahre benötigten Verkehrsgutachter, um herauszufinden, dass zu viele Autos auf der Autobahn fahren, sodass es zu Staus kommt. Hätten sie man einfach ein paar Tage lang von den vielen Autobahnbrücken aus den Verkehr beobachtet. Dann wäre die Expertise wohl schneller fertig geworden. Zu viel Input! Und was hilft? Sechs statt vier Spuren, wer hätte das gedacht? Und zusätzlich sollen Einflussbegrenzer den Stau in die Umgebung verlagern. Genial!

Halstenbek erlebt das Input-output-Prinzip in umgekehrter Weise: Weil die Politiker und Verwalter vor elf Jahren der Greve-Gruppe auf den Leim gingen, blockiert dieses Unternehmen nun eine riesige Gewerbeland-Brache, während die Gemeinde händeringend nach solchen Flächen zwecks Verbesserung des Gewerbesteueraufkommens sucht.

Was lehrt uns das? Kinder an die Macht? Nee, Politiker und Planer in die Sandkiste, damit später nicht alles im Eimer ist.