Pinneberg
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Pinneberg ist ein schlechtes Pflaster für Radfahrer

Kreisstadt landet im ADFC-Test landesweit ganz hinten. Gründe: schlechte Wege, keine Mieträder

Pinneberg. Bürgermeisterin Urte Steinberg betont stets, dass sie Pinneberg zu einer fahrradfreundlichen Stadt machen will. Da hat sie augenscheinlich noch viel Arbeit vor sich. Das belegt eine Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Einmal jährlich werden Radfahrer nach ihrer Zufriedenheit befragt. Pinneberg landet im Wettbewerb von 292 vergleichbar großen Städten nur auf Platz 281. Im Land Schleswig-Holstein ist die Kreisstadt sogar Schlusslicht im sogenannten Fahrradklimatest. Im Durchschnitt geben die befragten Pinneberger ihrer Stadt die Note „Vier minus“.

Genervt sind sie von schlechten Radwegen, vom fehlenden Angebot an öffentlichen Mietfahrrädern und mangelhafter Verkehrsführung in Baustellen. Positiv heben sie die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums hervor. „Fahrradfreundlichkeit ist ein Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt“, sagt Pinnebergs ADFC-Sprecherin Juliane Besendahl. „Der Test zeigt für andere Städte, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt.“

Schon mit kostengünstigen Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, etwa durch konsequente Umsetzung eines Radrouten-Konzeptes, für Radler geöffnete Einbahnstraßen und mehr Tempo-30-Zonen. „Pinneberg ist kompakt, viele Wege sind kurz“, sagt Besendahl. „Wenn sich die Lebensqualität nicht verschlechtern soll, muss die Stadt deutlich mehr tun als bisher.“ Der ADFC stehe als Partner bereit.