Pinneberg
Wedel

Wedel will’s nicht mehr wissen: Projekt beerdigt

Beteiligungsportal für Bürger wird aus Kostengründen Ende Februar eingestellt

Wedel. Das Siel in der Wacholderstraße ist verstopft, im Jungfernstieg stapelt sich Müll vor den Altpapiercontainern, und in der Friedrich-Eggers-Straße Höhe 148 stört in der Straßenmitte ein großes Schlagloch: Wenn es nach dem viel frequentierten Mängelmelder von Wedels neuem Bürgerbeteiligungsportal geht, dann ist das Projekt ein großer Erfolg. Laut Stadtverwaltung haben sich mehr als 400 Bürger registriert. Sie nutzen Angebote wie Onlinesprechstunden, beteiligten sich an Fotowettbewerben und an der Suche für einen Straßennamen. 3000 Zugriffe verzeichnete die Internetseite wedelwillswissen pro Monat. Allerdings ist Erfolg im Leben nicht alles, wie sich am Montagabend wieder einmal zeigte.

Denn die Mitglieder des Finanzausschusses beerdigten das Projekt mit sehr großer Mehrheit. Grund sind die Kosten, die von März an angefallen wären. Am 28. Februar endet die sechsmonatige Pilot- und Testphase für das Projekt und somit auch die kostenfreie Nutzung. Um die Plattform weiterhin online zu belassen, hätte die Stadt pro Jahr 16.000 Euro zahlen müssen. Angesichts der finanziell angespannten Haushaltslage Wedels und den zahlreichen Einsparungen, die auch noch bevorstehen, sahen die Kommunalpolitiker keine Möglichkeit, weiteres Geld für mehr Bürgerbeteiligung zur Verfügung zu stellen.

Doch bevor das Projekt endet, gibt es noch einen Wettbewerb für die Bürger. Wedel will’s noch einmal bis zum 1. Februar wissen und sucht nach einer schönen Stimme für die Fahrstuhl-Ansagen im Wedeler Rathaus.