Pinneberg
Wedel

Politiker lehnen Hafenkonzept ab

Mehrheit ist gegen Sanierungsvorschlag. CDU prangert Entscheidung als Geldverschwendung an

Wedel. Ein schicker neuer Hafen samt Beachclub? Geht nicht. Das Becken zukippen und Gras darüber wachsen lassen? Verboten. Bis zur Hafenkante das kontaminierte Areal sanieren, die Spundwand durch eine Steinschüttung ersetzen und die marode Mole abreißen? Möglich, aber politisch nicht gewollt. Am Ende der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag blieben Wedels Bürgermeister Niels Schmidt und seine Mitarbeiter ratlos zurück. Nach monatelangem Ringen um eine Sanierungslösung für den alten Werkhafen am Businesspark erteilte eine Mehrheit aus SPD, WSI, Grünen und FDP den Plänen eine Absage. Sie wollen nur das Nötigste machen, die Mole möglichst gar nicht anfassen.

Allein die CDU konnte sich mit dem Vorschlag anfreunden, der dem möglichen Fährbetreiber entgegenkommt, der von hier aus eine Linie nach Jork ins Alte Land plant. Für die Autofähre müsste die Mole ohnehin weg. Der neue Sanierungsplan sieht vor, dass die Hafenmole komplett verschwindet. Am Elbhang sollen die beiden noch belasteten Flächen nördlich und westlich des Hafenbeckens angegangen werden, der Boden ausgetauscht und die Spundwand durch eine Steinschüttung als Uferbefestigung ersetzt werden. Die Kosten schätzt die Stadtverwaltung auf 1,25 Millionen Euro.

„Das ist die günstigste Alternative“, sagt Rathausmitarbeiter Jörg Amelung, der die aufwendige Sanierung des ehemaligen Raffineriegeländes an der Elbe verantwortet. Wedel möchte an dieser Stelle neues Gewerbe ansiedeln und verspricht sich viel von dem neuen Businesspark Elbufer. Doch bevor es an die Vermarktung gehen kann, muss die Sanierung abgeschlossen sein. Ein großer Teil des riesigen Areals zwischen Tinsdaler Weg und Grenzweg ist bereits saniert. Zur Fertigstellung fehlen noch die Sanierung des zweiten Grundwasserleiters und eben des Hafens.

Dabei drängt die Zeit. Bis Dienstag hatte die Verwaltung noch gehofft, möglichst bald die Arbeiten ausschreiben und noch in den Sommermonaten umsetzen zu können. „Wir stehen unter enormem Druck. Sowohl die Umweltbehörde als auch Exxon erwarten, dass wir diese Sanierung abschließen“, gab Bürgermeister Schmidt im Ausschuss zu bedenken. Die Umweltbehörde des Kreises überwacht die Arbeiten in Wedel. Von Vorbesitzer ExxonMobil kaufte die Stadt die Fläche für einen symbolischen Euro ab. Zudem zahlt der US-amerikanische Mineralölkonzern einen festgelegten zweistelligen Millionen-Betrag für die Sanierung. Braucht Wedel mehr, muss die Stadt selbst zahlen. Braucht man dagegen weniger, kann das Geld auch in die Stadtkasse fließen.

Umso wütender ist die CDU. Sie prangert das Verhalten von SPD, Grünen, WSI und FDP als gigantische Geldverschwendung an. Die Stadt spare mit der jetzt koordinierten einmaligen Baumaßnahme mindestens 340.000 Euro, wobei noch unklar ist, was der Erhalt der Spundwand kostet. Laut CDU könnte sich die Summe auf bis zu eine Million Euro hochschrauben. „Vor dem Hintergrund der leeren Stadtkasse bedeutet das einen Schlag ins Gesicht aller Steuerzahler“, kritisiert Michael Schernikau (CDU). Um die Kosten geht es noch einmal im Finanzausschuss am Montag, 19. Januar. Das letzte Wort hat der Rat, der am 29. Januar tagt.