Pinneberg
Hörnerkirchen

Hörnerkirchen wird jetzt verkabelt

Amtsgemeinden investieren 4,2 Millionen Euro in Breitbandausbau. Neue Wohnformen fürs Alter

Hörnerkirchen. Die Gemeinden Bokel, Osterhorn, Westerhorn und Brande-Hörnerkirchen des Amtes Hörnerkirchen fiebern einem lange geplanten Großprojekt entgegen, das 2015 endlich verwirklicht werden soll. Alle 4000 Einwohner werden von den Stadtwerken Neumünster an ein Glasfasernetz angeschlossen, das ihnen Internetsurfen in Lichtgeschwindigkeit ermöglicht. 4,2 Millionen Euro investieren die vier Dörfer in dieses Projekt. Zum Vergleich: Diese Summe entspricht dem Zweifachen des Jahresbudgets des Amtes Hörnerkirchen für 2015.

Wie dringend diese gewaltige Investition in die Zukunft der Gemeinden ist, zeigt der Zuspruch aus der Bevölkerung. So waren bis Mitte Dezember die erforderlichen 800 Verträge unterschrieben. Jeder zweite Privathaushalt hat sich für den Anschluss an das Breitbandnetz entschieden. Jetzt kann mit der Ausschreibung der Arbeiten begonnen werden. Vom Sommer an sollen die ersten Leitungen verlegt werden, umreißt Michael Lantau als Verwaltungsleitender Beamter den Zeitplan. „Für uns ist der Breitbandausbau die Zukunftssicherung unserer Gemeinden“, sagt Amtsvorsteher Bernd Reimers. Wenn die Gemeinden attraktiv für junge Familien bleiben und die Arbeitsplätze erhalten möchten, müssten sie außer in Kindergarten- und Krippenplätze auch in das Glasfasernetz investieren.

Auch in die Grundschule in Brande-Hörnerkirchen wird weiter investiert. Diesmal aber vor allem in Eigenarbeit der betroffenen Eltern, erklärt der Amtsvorsteher. So hätten die Gemeinden das Schuldach bereits für 350.000 Euro saniert. Nun müsse noch der Schulhof umgestaltet werden, was mit ehrenamtlichem Engagement der Eltern geschehen soll. Dies soll ein weiterer Beitrag dafür sein, die Zukunft der 150 Schüler zählenden Grundschule zu sichern. Fachlich geschieht dies ohnehin durch eine erfolgreiche Kooperation der Grundschule mit der Grund- und Gemeinschaftsschule Barmstedt.

Ein brisantes Thema hat kurz vor dem Jahreswechsel einen kleinen Aufschub erhalten. So fürchten viele Mitbürger im Amtsbezirk die Wiederaufnahme der Erdölförderung, die bis in die 1980er Jahre in Bokel und Brande-Hörnerkirchen praktiziert worden war, erläutert Reimers. Wegen des stark gesunkenen Erdölpreises hat die kanadische Firma ihre Aufsuchungsrechte, die ihr bis 2018 geologische Untersuchungen einräumen, zunächst für ein Jahr zurückgestellt. „Wir sind uns mit den Bürgern einig, dass wir ein Frackingverfahren nicht hinnehmen werden, das unser Grundwasser mit giftigen Chemikalien gefährdet“, betont Reimers.

Auch auf den demografischen Wandel wollen die vier Gemeinden angemessen reagieren, kündigt Reimers an. So soll geklärt werden, wie und in welcher Form seniorengerechte Wohnungen im Amtsbezirk geschaffen werden könnten, um auch die Bedürfnisse der älteren Mitbürger zu berücksichtigen. „Da sind wir noch ganz am Anfang der Diskussion. Aber Ziel ist es, der älteren Generation, der ihr Hof oder Grundstück zu groß geworden sind, eine Alternative fürs Alter anzubieten.“