Pinneberg
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Propst Drope zeichnet Ehrenamtliche aus

Die Geehrten engagieren sich in Pinneberger Lutherkirchengemeinde seit vielen Jahren

Pinneberg. Viele Jahre lang haben sie anderen Menschen in Not geholfen, die eine bei der Wohnungssuche, die andere, indem sie ein wöchentliches Frühstück mitorganisierte. Margot von Glasenapp und Ruth Kruse haben für ihren ehrenamtlichen Einsatz in der Pinneberger Lutherkirchengemeinde am Mittwoch das Goldene Kronenkreuz der Diakonie erhalten. Propst Thomas Drope ehrte sie während einer kleinen Feierstunde beim vorweihnachtlichen Lutherfrühstück, zu dem sich rund 60 Menschen im Gemeindehaus versammelt hatten.

Seit 20 Jahren gibt es dieses regelmäßige Frühstück für Menschen mit kleinem Einkommen. Zu dem Team von etwa 25 Ehrenamtlichen zählte seit mehr als 15 Jahren auch Ruth Kruse, die sich nun zurückgezogen hat. Sie sorgte mit dafür, dass die Gäste jeden Mittwoch ein kostenloses und ansprechendes Frühstück an gedeckten Tischen bekommen und die Gesellschaft genießen können. Zu der Weihnachtsfeier gibt es jedes Jahr nicht nur Brötchen und Kaffee, wie bei dem normalen Frühstück, sondern auch Kartoffelsalat und Würstchen. Von der Ehrung wurde Ruth Kruse überrascht. „Ich wusste das gar nicht, aber finde es wunderbar“, sagte sie, nachdem Propst Drope ihr das kleine Kronenkreuz angesteckt hatte.

„Dieses Frühstück bringt ein Licht in die Dunkelheit, das auch Wärme ausstrahlt“, sagte Drope bei der Würdigung. Das Angebot, das die Ehrenamtlichen jede Woche auf die Beine stellten, sei für die Gäste nicht nur schmackhaft und sättigend, sondern stärke auch die Gemeinschaft.

Das Projekt wird von einer Mitarbeiterin der Sozialen Wohnraumhilfe beratend begleitet. An das Frühstück anknüpfend seien auch andere Angebote von der Kirchengemeinde und der Diakonie entstanden, so Drope. Dazu gehöre zum Beispiel die Wohnungssuchbörse, bei der Menschen in Wohnungsnot seit 15 Jahren Hilfe erhalten, eine neue Unterkunft im Raum Pinneberg zu finden.

Margot von Glasenapp hat das Projekt mit aufgebaut und seitdem ehrenamtlich begleitet. Für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit erhielt sie ebenfalls das Goldene Kronenkreuz. „Ich wusste nicht, dass das so eine offizielle Sache ist“, sagte sie. „Ich freue mich sehr.“ Die frühere Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik in Pinneberg hat bei der Wohnungssuchbörse für die Hilfesuchenden Besichtigungstermine organisiert, Kontakte zu Vermietern aufgebaut, Zeitungsinserate gesichtet und auch bei sprachlichen Hürden geholfen.

Der Propst betonte, wie wichtig ein solches Angebot für die betroffenen Menschen ist. „Es ist nicht so einfach, eine geeignete und bezahlbare Wohnung in der Gegend zu finden“, sagte er. Hinzu komme, dass Menschen, die plötzlich eine neue Wohnung brauchten, meist auch zugleich mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, wie zum Beispiel einer Trennung oder dem Verlust des Arbeitsplatzes. Gemeinsam mit vier weiteren Ehrenamtlichen bildete Margot von Glasenapp das Team der Wohnungssuchbörse. Die Frauen und Männer bieten einmal in der Woche ihre Beratung an.

Nun zieht sie sich aus dem Projekt zurück. Sie wolle es jetzt ein bisschen ruhiger angehen, sagte die 83-Jährige. „Aber ich werde mich an anderer Stelle weiter engagieren.“