Pinneberg
Glänzend im Geschäft

Spielgeräte aus Rellingen für die Königsklasse

Die Firma Crown Technologies produziert und entwickelt exklusive Glücksspielautomaten für den deutschen Markt

Sport ist eine Leidenschaft von Heiko Busse. Einen langen Atem braucht der 45-jährige Diplom-Kaufmann auch im Beruf: Als Geschäftsführer der Crown Technologies GmbH in Rellingen agiert er auf einem in der öffentlichen Diskussion stehenden Markt – der Produktion und dem Vertrieb von Geldgewinnspielgeräten.

„Zusammen mit unserer Muttergesellschaft, der Löwen Entertainment GmbH, sind wir Marktführer in Deutschland“, sagt Busse. Dabei steht Crown Technologies seit 2007 für das Premium-Segment innerhalb der Gruppe. Mit dem Slogan „Spielen in der Königsklasse“ verdeutlichen die Rellinger ihren Anspruch, für exklusives Entertainment zu stehen. Darum kümmern sich im 2009 neu enstandenen Firmengebäude an der Adlerstraße 125 Mitarbeiter, die überwiegend aus Hamburg und dem Kreis Pinneberg kommen.

Der größte Teil arbeitet in der Produktion, die knapp 50 Mitarbeiter umfasst. Die Geräte der Marke Admiral Crown stammen aus den Produktionsstätten der Novomatic AG in Österreich und Tschechien und kommen zur Endmontage nach Rellingen. „Außerdem spielen wir die Software auf und übernehmen die Qualitätskontrolle, bevor die Geräte ausgeliefert werden“, sagt der Geschäftsführer. Crown Technologies beliefert ausschließlich gewerbliche Spielstätten in Deutschland.

„Die Kunden können auch das komplette Ausstattungspaket beziehen, das vom Sessel über die Zubehörmöbel bis hin zu Beleuchtungslösungen und Teppichboden reicht“, erläutert Busse. Aus der Entwicklungsfeder von Crown stammt ein spezieller Geldwechselautomat für den internationalen Casino-Markt, der seit seiner Serienreife in 2013 zunächst an Kunden innerhalb Europas geliefert wird: „In anderen europäischen Ländern spielt man nicht mit Geld, sondern mit Tickets“, so Busse weiter. Das Gerät könne die Tickets gegen Geld wechseln, was die Abläufe vereinfache und unter Sicherheitsaspekten vorteilhaft sei. Ziel von Crown sei es, dieses Marktsegment in Europa aber auch auf anderen Kontinenten weiter auszubauen. Dazu will man das Kundennetzwerk des weltweit agierenden Novomatic AG nutzen.

Crown Technologies übernahm als Neugründung 2007 das Geschäft einer insolventen Firma und startete mit 85 Mitarbeitern. Heute arbeiten in der Adlerstraße 125 Mitarbeiter in Produktion, Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung. Unterstützt werden sie von 28 Kollegen in elf Vertriebs- und Serviceniederlassungen. Zu Crown gehört auch die Tochtergesellschaft Hirscher Moneysystems GmbH aus Walsrode, die Geldwechsler für den deutschen Markt produziert. Der besteht aus 245.000 Aufstellplätzen für Spielautomaten – 70.000 in der Gastronomie, 145.000 in Spielhallen. Busse geht davon aus, dass die Zahl der Automaten in Folge der gesetzlichen Reglementierung sinken wird. Mitte 2017 treten nach Ablauf einer Übergangsfrist sämtliche Regelungen der Spielhallengesetze der Länder in Kraft, die bestehende Spielhallengrößen reduziert und Spielhallen nur unter strengen Auflagen erlaubt.

Der Geschäftsführer befürchtet, dass viele Einrichtungen schließen müssen und Kunden künftig online spielen. „Im Internet gibt es hingegen keine Kontrolle, in den Spielhallen schon.“ Minderjährige würden dort nicht geduldet, auffällige Spieler angesprochen. Für Gewinne und Verluste gebe es klare, gesetzlich definierte Regeln. Busse: „Im Durchschnitt verliert ein Gast knapp elf Euro die Stunde.“ Busse sagt weiter: „Wir gehen offen und konstruktiv mit dem Thema um und schotten uns nicht ab.“ Das Unternehmen vergibt Betriebspraktika und bildet seit 2007 in verschiedenen Berufen aus.

„Wir sind einer der größten Gewerbesteuerzahler Rellingens und Teil der Gemeinde und des Kreises Pinneberg. Und wir wollen auch etwas zurückgeben“, sagt Busse. Das Unternehmen hat Klettergerüste für Spielplätze gestiftet, Defibrillatoren für die Rellinger Turnhallen bereit gestellt und ist auch im Sportbereich als Sponsor tätig. Etwa bei der HSG Pinnau.

Zum Handball hat der Crown-Geschäftsführer eine besondere Verbindung: „Bis mich 1989 eine Verletzung stoppte, habe ich in der Dritten Liga gespielt.“ Heute fährt Busse Rennrad und startet beim Triathlon oder mit mehreren Crown Teams beim Staffellauf in Hamburg. „Für mich ist das ein guter Ausgleich zum Beruf, um den Kopf frei zu kriegen.“