Pinneberg
Kreis Pinneberg

Weniger Fahrradunfälle im Kreis

In den ersten neun Monaten 2014 geht die Zahl der verunglückten Radfahrer um knapp neun Prozent zurück

Kreis Pinneberg. Die Zahl der Fahrradunfälle ist im Kreis Pinneberg rückläufig. In den ersten neun Monaten 2014 verunglückten 340 Radfahrer. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum nahm die Polizei 30 Unfälle weniger auf – ein Rückgang von fast neun Prozent. Auch die Zahl der verletzten Fahrradfahrer ist deutlich gesunken – von 342 in 2013 auf 319 in diesem Jahr.

Laut Polizeiangaben könnte die Statistik noch deutlich positiver ausfallen – wenn nämlich die Radfahrer besser aufpassen würden. „Auffällig ist, dass fast die Hälfte der verunglückten Radfahrer selbst schuld an ihrem Unfall sind“, sagt Polizeisprecherin Sandra Mohr. Von den 340 registrierten Unfällen geht die Polizei in 155 Fällen von Eigenverschulden aus.

Die Ursachen sind vielfältig, sodass nur zwei Hauptpunkte herausgefiltert werden können: Übermäßiger Alkoholgenuss (15 Fälle) und die Nutzung der falschen Straßenseite (zwölf Fälle). „Wir haben mehrere Schwerpunktkontrollen gemacht, um auf die Gefahren hinzuweisen, was das Fahren auf der falschen Fahrbahnseite angeht“, so die Polizeisprecherin. Der Erfolg gibt der Polizei in diesem Punkt Recht: In den ersten Monaten 2013 war die Nutzung der falschen Straßenseite noch in 26 Fällen die Ursache für den Unfall.

Bei den 340 Unfällen mit Radfahrern in den ersten neun Monaten dieses Jahres waren 213 Mal Autofahrer beteiligt. In 162 Fällen trugen die Autofahrer die Schuld an dem Unfall. Laut der Statistik wurden 31 Radfahrer schwer verletzt und mussten stationär ins Krankenhaus aufgenommen werden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag die Zahl der Schwerverletzten mit 26 noch etwas niedriger.

Die Zahl der tödlich verletzten Radfahrer hat sich dagegen halbiert. In den ersten drei Quartalen 2013 ließen zwei Radfahrer auf den Straßen des Kreises ihr Leben, in diesem Jahr gab es bisher einen Todesfall. Bei diesem Unfall war kein Pkw beteiligt. Die betroffene Radfahrerin war offenbar ohne Fremdeinwirkung gestürzt und hatte dabei schwere Kopfverletzungen erlitten, sodass sie einige Tage später im Krankenhaus verstarb.

In diesem Jahr gab es bisher zwei schwere Unfälle mit jungen Radfahrern. Am 3. April wurde ein 14-jähriger Junge aus Tornesch gegen 16.30 Uhr beim Überqueren der Pinneberger Chaussee in Moorrege von einem Auto erfasst. Er kam mit einem Schädelhirntrauma und Brüchen mit einem Rettungshubschrauber in eine Hamburger Klinik. Der Junge hatte versucht, die vielbefahrene Straße im dichten Berufsverkehr zu überqueren und übersah dabei einen VW T 4.

In Heede übersah aufgrund der tiefstehenden Sonne am 23. September ein 67 Jahre alter BMW-Fahrer einen 13-jährigen Schüler, der entlang der Hoffnunger Chaussee in Richtung Barmstedt radelte. Der 67-Jährige wollte von Barmstedt kommend nach rechts in Richtung Hemdingen abbiegen, als er den Radfahrer touchierte. Der 13-Jährige kam mit einer schweren Beinverletzung in ein Krankenhaus.

Am gleichen Tag verunglückte in Bevern eine Rennradfahrerin, 45, so schwer, dass sie mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden musste. Die Hamburgerin war in einer Dreier-Gruppe am Breedenmoorweg unterwegs. Sie fuhr ihrem Vordermann zu dicht auf, touchierte das Hinterrad, verlor das Gleichgewicht und stürzte. Dabei zog sie sich ein Schädelhirntrauma und eine Schlüsselbeinfraktur zu.

In diesem Zusammenhang beklagt Polizeisprecherin Mohr, dass weiterhin zu viele Radfahrer ohne Helm unterwegs sind, was bei Stürzen immer wieder zu Kopfverletzungen führt. Immerhin: Laut einer Statistik des Bundesverkehrsministeriums tragen 75 Prozent der sechs- bis zehnjährigen Kinder einen Fahrradhelm. 2012 waren es noch 66 Prozent und 2011 rund 56 Prozent.

Allerdings nimmt nach der Statistik die Helmquote mit zunehmendem Alter sehr schnell wieder ab: Von den Elf- bis 16-Jährigen trugen 2013 nur 28Prozent beim Radfahren einen Helm. Ein Jahr zuvor waren es noch 29Prozent, 2011 allerdings nur 19 Prozent.

Am seltensten steigen die 17- bis 21-Jährigen mit einem Helm auf ihr Fahrrad. Hier waren es 2013 rund sechs Prozent und 2012 nur vier Prozent. Nicht viel besser ist es bei der Altersgruppe der 22- bis 30-Jährigen. In dieser Altersgruppe waren es im vergangenen Jahr sieben und im Jahr davor fünf Prozent. Insgesamt trugen 2013 rund 15Prozent der Radfahrer in Deutschland einen Helm, also etwa jeder siebte. 2012 waren es noch 13 Prozent und 2011 lediglich elf Prozent gewesen.