Pinneberg
Glänzend im Geschäft

Die verlängerte Werkbank der Konzerne

Drei-D Direktwerbung aus Elmshorn – erfolgreiche Entwicklung vom Lettershop zum Marketing-Dienstleister

Alles begann damit, dass Handelsvertreter Jürgen Ulrich für den Versicherer Deutscher Ring Briefe eintütete. Gemeinsam mit seiner Frau Traute gründete er das Unternehmen Drei-D Direktwerbung 1975 in Elmshorn als 3D-Kuvertierung in den Räumen einer ehemaligen Kaffeerösterei in der Ollnstraße. Damals standen die drei D für Druck, Display und Direktwerbung – nicht etwa für dreidimensionale Darstellung. Das Ehepaar verschickte im Auftrag persönlich adressierte Werbung. In den 90er-Jahren veränderten Internet und verschärfter Datenschutz das Geschäft mit der Direktwerbung grundlegend.

Während zahlreiche Mitbewerber vom Markt verschwanden, blieb Jürgen Ulrich flexibel und ging auf die Bedürfnisse seiner Kunden ein. „Wenn die einen Wunsch äußerten, sagte er immer, das machen wir“, sagt Geschäftsführer Jörg Probst. „Dann kam er vom Termin zurück und begann nach Lösungen zu suchen.“ Mit ihm hatte sich Jürgen Ulrich einen Branchenkenner ins Haus geholt. Probst arbeitete zuvor 13 Jahre beim Medienkonzern Bertelsmann in Gütersloh. „Ich hatte in dieser Zeit versucht, Drei-D als Vertriebspartner zu gewinnen“, sagt Probst. Ende 2011 übernahm er das operative Geschäft.

Seit 1984 hat der Betrieb seinen Sitz in der Daimlerstraße 10. Um das umfangreiche Werbe- und Aktionsmaterial der Kunden lagern zu können, mussten nach und nach zusätzliche Lager in der Daimlerstraße 18 und 20 angemietet werden. Als Außenlager kamen mehrere Hallen im Industriegebiet Nord hinzu. Dort lagern heute auf 15.000 Quadratmetern Fläche Aufsteller, Poster, Broschüren, multimediale Werbemittel wie Monitore, Schaufensterpuppen – eben alles, was hilft, sich am Markt abzusetzen. „Kürzlich haben wir 600 Paletten Lego-Autos für Shells Treueaktion konfektioniert“, sagt Probst. Die „Goodies“ für Vieltanker gingen von Elmshorn aus an 2000 Tankstellen im Land. Will Panasonic einen neuen Fernseher im Media Markt platzieren, sorgt Drei-D Direktwerbung dafür, dass Aufsteller und Wobbler zur richtigen Zeit am richtigen Ort die Aufmerksamkeit potenzieller Käufer auf sich ziehen. Wenn der Elektrokonzern Philips einen Staubsauger mit einer Geld-zurück-Garantie bewirbt, kommen die gegebenenfalls von Käufern zurückgeschickten Modelle in der Firma an der Daimlerstraße an. „Wir sorgen dann dafür, dass der Käufer im Auftrag unseres Kunden sein Geld zurück bekommt“, sagt Bettina Dahms. Die Vertriebs- und Marketingchefin arbeitet seit 1980 im Unternehmen. „Wir sind keine Werbe- oder Marketingagentur, sondern sehen uns als verlängerte Werkbank des Kunden.“

Der multifunktionale Marketing-Dienstleister beschäftigt 90 Festangestellte und elf Auszubildende. „Wir bieten ein umfassendes Service- und Produktportfolio, das in dieser Kombination in Norddeutschland einmalig ist“, sagt Probst. „Vom Einkauf über die Lagerung, Kommissionierung und den Versand bis hin zur Zahlungsabwicklung und gegebenenfalls dem Retourenmanagement kümmern wir uns um die komplette Abwicklung.“ Zu den circa 120 Kunden zählen Einzelhändler, aber auch Großkonzerne wie Shell und Jet, Panasonic, Zigarettenhersteller British American Tobacco oder Bauprodukthersteller Velux. Einige halten seit Jahren die Treue wie Philips, der seit 30 Jahren Drei-D-Kunde ist. „Wir sorgen dafür, dass das Material von A wie Aufsteller bis Z wie Zettelklotz zur richtigen Zeit am richtigen Ort eintrifft“, sagt der Geschäftsführer. 500.000 Pakete werden jedes Jahr versendet. „Wenn nötig, warten wir das Material nach Gebrauch und lagern es wieder ein.“

Drei-D Direktwerbung druckt, falzt, locht und bindet Informations- und Werbematerial, in Farbe oder Schwarz-Weiß. Bei Gewinnspielen werden die Gewinner ermittelt, angeschrieben und Preise verschickt. Fünf Programmierer erstellen individuelle Webshop-Systeme, die den Firmen interne Prozesse erleichtern sollen. „Ein breites Portfolio unter einem Dach ist unser Wettbewerbsvorteil“, sagt Probst, der in den kommenden drei Jahren den Jahresumsatz auf zehn Millionen Euro steigern will. „Künftig wollen wir außerdem noch mehr Services im Bereich Messen anbieten.“ Eine gute Idee, denn laut Probst scheuen viele Kunden die aufwendige Nachbereitung.