Pinneberg
Wedel

Unbekannte hetzen gegen Flüchtlinge und Asylanten

Pamphlet wurde an Haushalte in Wedel verteilt. Jetzt ermittelt der Staatsschutz

Wedel. Ein Pamphlet mit rechtsextremem und fremdenfeindlichem Gedankengut, in dem gegen Flüchtlinge und Asylanten gehetzt wird, sorgt in Wedel für Entsetzen. In dem Schreiben, das an Haushalte an der Parnaßstraße verteilt wurde, ist von „Lampedusa-Negern“, „Geburtenüberschuss“ und „Asyl-Asyl-Flüchtlingen“ die Rede. Unterzeichnet ist es von einer Hiltrud Maier, die aber nicht im Telefonbuch zu finden ist.

Viele Bürger in der Rolandstadt sind empört über das hetzerische Schreiben. Auf Facebook wurde am Mittwoch eine Notiz unter dem Titel „Refugees welcome“ (Flüchtlinge willkommen) veröffentlicht. Im Internet ist die Resonanz auf das Hetzschreiben groß. „Wie krank ist das denn?“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook, „Widerliche Hetze“, ein anderer.

Auch die Wedeler Grünen-Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms meldet sich zu Wort. „Da fehlt jegliches Mitgefühl. Flüchtlinge kommen nicht zu uns, weil es hier so toll ist, sondern weil das Leben in ihrer Heimat wegen Krieg und Hunger unmöglich geworden ist. Sie riskieren ihr Leben und lassen alles zurück. Daran sollte der Verfasser dieses Pamphletes einmal denken“, so die Bundestagsabgeordnete. Schleswig-Holstein habe eine lange Tradition bei der Aufnahme von Flüchtlingen. „Wenn heute Flüchtlinge zu uns kommen, sollten wir uns immer an diese Tradition erinnern.“ Die Polizei, bei der einige Hinweise auf das Pamphlet eingingen, habe den Fall wegen des Verdachts der Volksverhetzung an den Staatsschutz übergeben, sagte Polizeisprecherin Sandra Mohr.