Pinneberg
Kommentar

Es fehlt etwas Menschlichkeit

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigt ständig an.

Im Fokus der öffentlichen Diskussion steht an erster Stelle die verzweifelte Suche der Kommunen nach menschenwürdiger Unterbringung. Was in der Debatte oftmals untergeht ist, dass diese Menschen mehr brauchen als ein Dach über den Kopf. Viele kommen traumatisiert in Deutschland an. Sie sprechen unsere Sprache nicht und verfügen über keinerlei Ortskenntnisse, wenn sie nach einer langen und beschwerlichen Reise an ihrem endgültigen Unterbringungsort angekommen sind.

Was ihnen vor Ort fehlt, ist qualifizierte Betreuung und Hilfe. Diese Leistungen müssen oftmals noch teurer eingekauft werden als die Unterkunft, in denen die Flüchtlinge ihr Quartier finden. Die Idee aus Rellingen, wo freiwillige Helfer unter professioneller Anleitung diese Aufgaben übernehmen werden, ist gut und richtig. Vielfach wird gar kein „Betreuungs-Profi“ mit vielen Diplomen benötigt. Wirkungsvoller ist ein Ehrenamtlicher mit dem Herz am rechten Fleck, der etwas mitbringt, was manchem professionellen Helfer teilweise fehlt: nämlich etwas Menschlichkeit. Bleibt zu hoffen, dass sich in Rellingen genügend Ehrenamtliche finden, die diese gewiss nicht einfache Aufgabe zu schultern bereit sind.