Pinneberg
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Das Ende des Kreishauses naht

Abriss des 70er-Jahre-Gebäudes beginnt. Auf dem Grundstück im Zentrum Pinnebergs werden 119 Wohnungen gebaut

Pinneberg. Ein Bauzaun mit gelben Warnschildern ist errichtet, ein Bürocontainer aufgestellt und das mobile WC für die Bauarbeiter steht bereit: Auf dem Gelände des früheren Kreishauses in Pinneberg beginnen in diesen Tagen die Abrissarbeiten. Auf dem Grundstück an der Ecke Lindenstraße/Moltkestraße sollen nach dem Abriss des siebenstöckigen ehemaligen Verwaltungsgebäudes mehrere Wohnhäuser mit insgesamt 119 Wohnungen entstehen.

Ursprünglich sollte der Abriss des Gebäudes aus den 70er-Jahren bereits Anfang Juli beginnen. So hatte es der Bauunternehmer Michael Demandt angekündigt, der das Projekt verantwortet. Doch dann habe es terminliche Schwierigkeiten mit dem Hamburger Abbruchunternehmen Wilko Wagner gegeben, das bereits einen vollen Auftragskalender gehabt habe. So kam es laut Demandt zu der Verzögerung von knapp zwei Monaten. Nun fällt der Baubeginn in den Herbst. Im Rathaus sei man informiert gewesen, sagt Bauamtsleiter Klaus Stieghorst. Demandt habe aber zugesichert, dass die Arbeiten an dem Gebäude Ende August beginnen würden.

„In dieser Woche geht es nun los“, sagt Demandt, dessen Firma ihren Sitz in Rendsburg hat. Zunächst werde der alte Kreissaal abgerissen, in etwa vier Wochen könnten dann die Tiefbauarbeiten an dieser Stelle beginnen. „Dort, wo jetzt noch ein Parkplatz ist, entsteht der erste Baukörper mit 36 Wohnungen“, so Demandt. In einem Jahr, also im Spätsommer 2015, sollten die ersten der 119 Wohnungen bezugsfertig sein. „Für 35 Wohnungen haben wir bereits jetzt Mieter gefunden“, sagt der Bauunternehmer. Er ist zuversichtlich, dass bis zur Fertigstellung annähernd alle Wohnungen vermietet sein werden.

Der Unternehmer hatte das Grundstück für 2,59 Millionen Euro vom Kreis Pinneberg gekauft. Er hat angekündigt, 20 Millionen Euro in den Bau der neuen Wohnhäuser zu stecken. Neben dem Rendsburger Bauingenieur investiert auch die Pinneberger Wohnungsgenossenschaft Neue GeWoGe in Neubauten auf dem ehemaligen Kreishausareal. Sie baut seit November vergangenen Jahres 32 Wohnungen auf dem Grundstück an der Ecke Moltkestraße/Von-Ahlefeldt-Stieg. Die ersten Wände des Rohbaus sind bereits hochgezogen, die Arbeiten sind in vollem Gange. Auch hier sollen die ersten Mieter im August 2015 einziehen.

Michael Demandt plant einen Komplex aus fünf Wohnhäusern mit jeweils fünf Geschossen. Der Neubau entspricht laut Bauleiter Frank Beiersdorf dem KfW-55-Standard, benötigt also nur 55 Prozent der Energie, die in einem normalen Haus verbraucht wird. Die Wohnungen sollen eine Größe von 50 bis 100 Quadratmeter haben, barrierefrei gestaltet sein und jeweils über einen Balkon verfügen. 48 Wohnungen würden öffentlich gefördert, so Beiersdorf. Außerdem soll eine Tiefgarage mit 140 Stellplätzen entstehen.

Das alte Kreishaus steht seit Oktober 2011 leer. Damals waren die Mitarbeiter der Kreisverwaltung an ihren neuen Standort in Elmshorn gezogen. In dem Pinneberger Hochhaus, das 1973 bezogen worden war, hatten bis dahin annähernd 600 Menschen gearbeitet. Bereits 2009 war ein Gerüst aufgebaut worden, um die marode Fassade zu sichern. Nun sind die Tage des Hochhauses gezählt.

Zu dem Grundstück, das Michael Demandt gekauft hat, gehört auch das alte Kreishaus am Drosteipark, das seit 1935 ebenfalls als Verwaltungsgebäude genutzt wurde. Zuletzt hatte hier unter anderem Landrat Oliver Stolz sein Büro. Das Haus am Drosteipark, das 1866 gebaut wurde, steht unter Denkmalschutz. Bisher war geplant, es für eine Büronutzung umzubauen. Doch nun werde geprüft, ob es möglich und finanzierbar sei, auch in dem Altbau Wohnungen einzurichten, sagt Beiersdorf. „Das ist natürlich etwas aufwendiger, da die Wohnungen auch barrierefrei sein sollten.“ Im Gespräch sei auch die Nutzung für Wohngruppen. In einem halben Jahr solle das Konzept stehen, sagt Beiersdorf. „Dann können wir die Sanierung in einem Zuge mit dem zweiten Bauabschnitt angehen.“