Pinneberg
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Neubau soll Innenstadt beleben

VR Bank investiert 20 Millionen Euro in ein Büro- und Geschäftshaus in Pinneberg. Baubeginn soll im November sein

Pinneberg. Das architektonische Gesicht der Stadt Pinneberg wird sich markant ändern. Mitten in der City, an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße, Ecke Bismarckstraße baut die VR Bank ein markantes Büro- und Geschäftshaus. Nebenan, auf dem Grundstück des ehemaligen Arbeitsamtsgebäudes, errichtet die Bank ein Parkhaus. „Wir haben den Bauantrag im Mai gestellt“, sagt VR-Bank-Vorstand Dr. Horst Alsmöller. „Die Baugenehmigung der Stadt liegt uns seit einer Woche vor.“

Dort, wo das neue Büro- und Geschäftshaus gebaut werden soll, ist derzeit ein Parkplatz mit 80 Plätzen. „Wir wollen im November dieses Jahres mit den Bauarbeiten für das Ankergebäude und das Parkhaus beginnen“, sagt Alsmöller. Das Büro- und Geschäftshaus soll im ersten Quartal 2016 fertiggestellt sein, das Parkhaus bereits im dritten Quartal 2015.

Im Oktober dieses Jahres soll mit dem Abriss des ehemaligen Arbeitsamtsgebäudes begonnen werden, das derzeit noch von 50 VR-Bank-Mitarbeitern aus den Abteilungen Marketing, Organisation, Personal und Informationstechnologie genutzt wird. Diese Mitarbeiter werden auf die andere Seite der Friedrich-Ebert-Straße in den Komplex von Edeka Meyer ziehen. Der Umzug beginnt laut Alsmöller in den kommenden Wochen.

Das neue Gebäude der Bank wird fünf Stockwerke hoch sein. Das Erdgeschoss ist für den Einzelhandel reserviert. Im ersten Obergeschoss sind Räume für Einzelhandel sowie Konferenzen und Veranstaltungen der VR Bank vorgesehen, außerdem eine Fläche von 100 Quadratmetern für Büronutzung. In das zweite und dritte Obergeschoss sollen Mitarbeiter der Bank ziehen. „Wir werden die beiden Stockwerke mit etwa 120 Mitarbeitern selbst nutzen“, sagt Alsmöller. Dafür stünden 2200 Quadratmeter zur Verfügung.

Mehr als 60 Prozent der zu vermietenden Flächen im Neubau seien schon vorgemerkt, sagt der VR-Bank-Vorstand. Das vierte Obergeschoss ist ausschließlich für Büroflächen reserviert. Es misst 1100 Quadratmeter. „Dafür beginnt jetzt die Vermarktung“, so Alsmöller. Der Quadratmeter-Mietpreis für diese Büroflächen werde zehn bis zwölf Euro netto betragen.

Für die Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss sind laut Alsmöller bereits zwei Mieter in Aussicht. „Wir sind im Gespräch mit einer Drogeriekette, die Verträge liegen unterschriftsreif vor.“ Auch mit einem zweiten Interessenten würden derzeit „intensive Gespräche“ geführt. Wenn diese beiden Mieter unterschreiben würden, wäre das Erdgeschoss des Neubaus voll belegt. Das erste Obergeschoss ist zur Hälfte für den Einzelhandel vorgesehen. Alsmöller: „Auch hier befinden wir uns in ernsthaften Verhandlungen.“

Auch die schwedische Modekette H&M hatte offenbar Interesse an dem Geschäftshaus an der Friedrich-Ebert-Straße gezeigt. Nach Informationen des Abendblattes lagen unterschriftsreife Verträge in der Unternehmenszentrale in Stockholm vor. Doch der Textilhändler entschied sich für das das ehemalige Edeka-Meyer-Geschäft am Lindenplatz, wo derzeit die Renovierungsarbeiten in vollem Gange sind.

Meyer’s Frischemarkt wiederum ist als „Frischecenter“ in einen weiteren Neubau an der Friedrich-Ebert-Straße gezogen – gleich gegenüber dem künftigen VR-Bank-Gebäude. Im Rathaus ist man froh über die Entwicklung in der Innenstadt. „Das neue Büro- und Geschäftshaus steht auf einem Schlüsselgrundstück für die Pinneberger City“, sagt Bauamtsleiter Klaus Stieghorst. „Gemeinsam mit Edeka Meyer werden die beiden Immobilien wichtige Impulse für die gesamte Innenstadt liefern.“

Auch Pinnebergs Citymanager Dirk Matthiessen blickt optimistisch in die Zukunft. „Ich verspreche mir durch den Neubau eine wesentliche Belebung für den innerstädtischen Einzelhandel und eine Sogwirkung für die Dingstätte, den Lindenplatz und den Fahltskamp sowie deren Einzelhandel“, sagt er. „Der Ankermieter H&M dürfte für ein Gleichgewicht der Kundenströme zwischen Drostei- und Lindenplatz sorgen.“

Zu Parkplatzengpässen dürfte es dennoch nicht kommen in der Pinneberger City: Das neue Parkhaus auf dem Gelände des ehemaligen Arbeitsamtes wird über etwa 220 Stellplätze verfügen – das sind 140 Plätze mehr als auf dem bisherigen Parkplatz. Die VR Bank investiert vier Millionen Euro in das Parkhaus und 16 Millionen in das Büro- und Geschäftshaus – macht ein Gesamtengagement von 20 Millionen Euro.