Pinneberg
Moment mal!

Mit Fahne Autofahren

Eine Glosse von Fabian Schindler

Erinnern Sie sich noch an die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland? An die allseitige Jubel-Trubel-Heiterkeit, die unzählige Fußball-Fans mit kleinen Fähnchen am Auto zum Ausdruck brachten? Auch dieses Jahr flattern sie wieder im Fahrtwind an etlichen Autos.

Mein Auto allerdings müsste einem Fahnenmeer gleichen. Einmal mit den Deutschland-Farben für Jogis Nutella-Bande, die doch endlich einen Titel verdient hätte. Dann aber auch die spanische Fahne. Als 50-prozentiger Spanier habe ich seit meiner Jugend „La furia roja“ angefeuert. Leider haben sie kläglich bei der WM versagt, nun muss aber wegen moralischer Unterstützung die Flagge wehen.

Dann die Fahne Frankreichs, denn sonst wäre die deutsch-französische Freundschaft, die ich schätze, nicht komplett. Und Italien trotz des Ausscheidens auch – wegen der Liebe zur Toskana, gutem Essen und gutem Wein. Und eigentlich bin ich auch immer für die Underdogs. Also muss auch Costa Rica am Fenster prangen. Und für Brasilien ist jeder, der technische Brillanz mag. Also noch ein Fähnchen. Und Argentinien – wegen Lionel Messi. Afrika braucht auch irgendwann mal Titel, daher bereichert Nigeria die Auswahl.

Dieses Fahnenmeer ist allerdings zu viel für mein Auto. Ich plädiere daher für die UN-Flagge. Da habe ich alle Mannschaften unter einem Hut, friedlich vereint. Und ich kann dann auch endlich wieder durch meine Autoscheiben sehen.