Pinneberg
Elmshorn

Hängepartie um Traditionslokal geht weiter

Zwangsversteigerung von Seestermüher „To`n Vossbau“ endet mit 76.500-Euro-Gebot

Elmshorn. Lediglich 76.500 Euro wurden beim dritten Versuch einer Zwangsversteigerung am Amtsgericht Elmhorn für das Restaurant „To'n Vossbau“ in Seestermühe geboten. Das Mindestangebot lag bei knapp 12.600 Euro. Gwen Engelbrecht aus Elmshorn und Matthias Zacharias, die gemeinsam die Montagefirma ZAENG in Süderau führen, stiegen zunächst mit 30.000 Euro ein, korrigierten nach einer Unterredung mit Rechtsanwältin Annette Klapper, welche die Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank vertrat, das Angebot nach oben. Es gab keine weiteren Bieter. Der errechnete Verkehrswert für die Immobilie mit 140 Restaurantplätzen und 806 Quadratmeter Grundstück beträgt 286.227 Euro. Die endgültige Entscheidung, ob die beiden Bieter den Zuschlag bekommen, fällt am Mittwoch, 9. Juli. Die Bank muss dem Angebot erst zustimmen.

Die möglichen neuen Besitzer wollen das Gebäude nicht zwangsläufig als Gaststätte weiternutzen, es könnte auch Wohnzwecken dienen. „Wir haben viele Ideen“, sagt Engelbrecht.

Eigentümerin des Gebäudes war Karin Voss, die dort mehr als 30 Jahre ein Ausflugslokal betrieb. Sie hatte den Hof 1978 erworben und bis zur Schließung im Oktober 2013 betrieben. Umsatzsteuerschulden beim Finanzamt und ein Kredit bei der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank konnten nicht mehr bedient werden. Bereits im September 2011 setzte die Bank eine Beschlagnahmung der Immobilie durch. Zwar war der Andrang bei den bisherigen Zwangsversteigerungsterminen am 27. Februar 2014 sowie am 9. Oktober 2013 groß. Doch beide Male waren kaum Kaufinteressenten erschienen, sondern überwiegend Einwohner der kleinen Gemeinde, die wissen wollten, was aus dem Traditionslokal wird.