Pinneberg
Kreis Pinneberg

Gewerkschaft droht mit weiteren Streiks bei der AKN

Berufspendler und Schüler reagieren genervt auf Zugausfälle am Freitag

Kreis Pinneberg. Ein Warnstreik der Lokführer hat am Freitag zu Ausfällen im Fahrplan der AKN geführt. 50 von 180 Zügen fuhren zwischen 3.30 und 10 Uhr nicht. Tausende Berufspendler und Schüler mussten Verspätungen in Kauf nehmen. Auf den Linien A1 von Neumünster über Quickborn nach Hamburg und A2 von Ulzburg-Süd nach Norderstedt wurde der Fahrplan ausgedünnt. Auf der A3 von Ulzburg-Süd nach Elmshorn mussten die Kunden auf Busse umsteigen.

„15 Kollegen haben ihren Dienst nicht angetreten“, sagte AKN-Sprecherin Marion Saß. Die streikenden Lokführer trafen sich mit Kollegen am Bahnhof Kaltenkirchen und informierten die Fahrgäste über die Gründe des Ausstands. Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) will den Flächentarifvertrag, der fast überall im Bundesgebiet gültig ist, auch bei der AKN durchsetzen.

Die Kundenanfragen hätten sich dank Vorabinformationen im Rahmen gehalten, so AKN-Sprecherin Saß. Doch nicht alle Fahrgäste hatten rechtzeitig von dem Streik erfahren. Viele AKN-Kunden reagierten genervt auf Verspätungen und Zugausfälle. Gabriele Bohla wartete beispielsweise in Ulzburg-Süd auf die verspätete Verbindung nach Elmshorn: „Das ist echt blöd, dass niemand etwas gesagt hat. Die Bahn fährt hier ja eh nur alle Stunde.“

Die AKN hatte den Warnstreik kritisiert: „Wir haben ein angepasstes Angebot abgegeben und die Weiterführung der Verhandlungen vorgeschlagen. Dass die GDL trotzdem zum Streik aufruft, ist für uns nicht nachvollziehbar“, hieß es in einer Stellungnahme von AKN-Vorstand Wolfgang Seyb. Die AKN bedauere die Auswirkungen des Streiks auf die Fahrgäste und hoffe, dass die GDL an den Verhandlungstisch zurückkehre.

Nach einem Gespräch mit AKN-Chef Seyb kündigte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky fürs erste an, Arbeitsniederlegungen bis zum Mittwoch auszusetzen. Sollte es dann zu keiner Verständigung kommen, könnten weitere Warnstreiks und danach eine Urabstimmung über einen längeren Ausstand folgen. Am Freitag fuhren die Züge auf der A1 und A2 ab 10 Uhr wieder nach Fahrplan, auf der A3 normalisierte sich der Verkehr gegen 12Uhr.