Pinneberg
Appen

Kunst am Bau: Drei Stahl-Lämmer für Schäferhof

Kunst am Bau verschönert das frisch sanierte Hauptgebäude des Schäferhofs. Den Hof der diakonischen Einrichtung in Appen zieren nun drei stählernen Lämmern der Barmstedter Künstlerin Karin Weißenbacher.

Appen. Drei kleine Schäfchen aus Stahl thronen auf etwa zwei Meter hohen Granitstelen vor dem Schäferhof in Appen. Die diakonische Einrichtung, die wohnungslosen Männern im Alter zwischen 21 und 75 Jahren Wohnraum, Betreuung und Arbeit gewährt, hat die Sanierung ihres Hauptgebäudes nun mit einem Kunst-am-Bau-Projekt abgeschlossen. Für 2,5 Millionen Euro war 2012/13 das Colonistenhaus aus dem Jahre 1901, das die Stiftung Hamburger Arbeiter-Kolonie als stationäres Wohnheim betreibt, entkernt und saniert worden, berichtet Leiter Rainer Adomat. Vor allem die Brandschutzauflagen für das dreigeschossige Gebäude hätten die Arbeiten notwendig gemacht. So gibt es jetzt beispielsweise von jedem Stockwerk aus Rettungstreppen ins Freie, falls es brennen sollte.

Auch wenn es heute nicht mehr vorgeschrieben ist, sei dem Schäferhof wichtig gewesen, mit einem künstlerischen Element den Bau zu verschönern, so Adomat. Damit wurde die Barmstedter Künstlerin Karin Weißenbacher beauftragt. Ihr Modell „Ovis 1“ habe ihn sofort überzeugt und begeistert. Ovis heißt auf Latein Schaf. Das passe natürlich gut zum Schäferhof, sagt Adomat. Die Künstlerin habe dann ihr Projekt den Wünschen und Anforderungen angepasst.

Für Weißenbacher ist es nach der künstlerischen Gestaltung des neuen Schulhofes der Gemeinschaftsschule Barmstedt eine weitere Kunst-am-Bau-Installation in diesem Jahr. Thematisch sollte das Kunstprojekt zur Einrichtung passen, erklärt sie ihre Konzeption. Die von ihr gestalteten Schafe stünden jeweils auf einem eigenen Fundament, seien aber eindeutig einer Gruppe zugehörig. „Die Schafe wirken aktiv und entspannt, grasen und laufen – sie gehen ihren natürlichen Lebensweisen nach.“

Auch im übertragenen Sinne passe dies zu der Einrichtung, meint Weißenbacher. „Auch der Schäferhof gibt den nach Halt und Sicherheit suchenden Menschen ein Fundament in ihrem Leben, Schutz und eine neue Basis für die Zukunft.“ Adomat freut sich über das Ergebnis. „Die Installation trifft genau unseren Spirit.“

Auf dem Schäferhof leben und arbeiten 52 Männer, die zum Teil Sucht- und andere Probleme haben. In der Werkstatt, im Gartenbau, in der hauseigenen Küche und Wäscherei lernen sie einen geregelten Tagesablauf, um wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Die jährliche Auslastung der Einrichtung lag 2013 bei 82 Prozent.