Pinneberg
Oldtimer-Treffen

Mit dem Torpedo auf Schleichfahrt durch den Kreis Pinneberg

130 Oldtimer treffen sich bei der 15. Rallye „Pinneberg Mobil“ auf dem Drosteivorplatz. Das Ehepaar Degenhardts eröffnet im Oakland Torpedo Roadster die Rallye

Pinneberg. Das polierte Chrom glänzte in der Sonne. Eine Nebelmaschine sorgte am Rand für ein wenig Dramatik. Unter blauem Himmel starteten etwa 130 Oldtimer – darunter ein Bugatti Baujahr 1929, ein Riley Neun Hoyal Coupé von 1930 und eine unrestaurierte Packart Limousine von 1935 – am Sonntagvormittag vor der Drostei in Pinneberg zur Veteranenfahrt durch den Kreis. Zuschauer konnten nicht nur seltene Autos bewundern, sondern auch Motorräder.

Allen voran knatterte das Ehepaar Thomas und Marion Degenhardt aus Bargteheide mit ihrem Oakland Torpedo Roadster „Oride“ – mit Baujahr 1911 das älteste Gefährt an der Startlinie. Das Paar ist seit 1999 im Besitz des urigen Gefährts, das Petroleumlampen aus poliertem Messing hat und auf Rädern mit Eichenspeichen fährt. Vor dem Abbiegen, muss die Winkerkelle rausgehalten werden, denn Blinker fehlen. Mit vier Zylindern und 30 Pferdestärken bringt es der Roadster bergab und mit Rückenwind auf 50 Kilometer pro Stunde. Doch wen stört`s beim Anblick eines solchen Schmuckstücks? Schließlich handelt es sich auch nicht um ein Wettrennen, sondern eine Kulturfahrt mit Ausstellungs- und Museumsbesuchen. Unterwegs müssen die Teilnehmer einige Quizfragen beantworten.

Organisiert wurde die Rallye „Pinneberg Mobil“ von einer Gruppe von Oldtimer-Enthusiasten um Klaus-Jürgen Bahrke zum 15. Mal, sehr zur Freude zahlreicher Zuschauer. Die Veranstaltung wird ausschließlich von Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern getragen. Gefährte bis Baujahr 1983 durften an den Start. Einige Anmeldungen kamen noch auf den letzten Drücker. Die Teilnehmer fuhren insgesamt 70 Kilometer über Barmstedt, Brande-Hörnerkirchen, Horst und Elmshorn zurück nach Pinneberg.

Bahrke und seine Helfer planen und organisieren das Treffen jedes Jahr rund drei Monate lang. „In diesem Jahr haben wir die Veranstaltung sogar zu zweit auf die Beine gestellt“, sagt Bahrke, der selbst mehrere Oldtimer besitzt. Während der Veranstaltung kamen weitere fleißige Helfer hinzu. Bürgermeisterin Urte Steinberg schwenkte die Startfahne. Neben der Ausfahrt fanden ein allgemeines Oldtimer-Treffen und ein Teilemarkt statt. Auf der Drosteiwiese parkten Enten aller Baujahre, dazu zahlreiche BMW, Trabant- und Wartburg.