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Rellingen

Vorstoß zu einer Nordumfahrung Rellingens stößt auf Widerstand

Eine Idee schlug im Rellinger Verkehrsausschuss hohe Wellen: Dutzende besorgte Anwohner insbesondere aus dem Tangstedter Weg sprachen sich gegen eine nördliche Umgehungsstraße für Rellingen aus.

Rellingen. Die SPD-Fraktion hatte den Antrag gestellt, den Tangstedter Weg für eine derartige Nutzung aus- und umzubauen. Letztlich wurde das Thema zurück in die Fraktionen verwiesen. Jetzt sollen die Politiker überlegen, ob ein externes Konzept für eine Verkehrslenkung in Rellingen erstellt werden soll.

„Das war eine Idee von uns, um die Verkehrssituation im Ortszentrum zu entzerren. Wir haben einen Plan genommen, einen Strich gezogen und eine Autobahnabfahrt eingezeichnet“, sagt Geercken. Die massive Reaktion der Bürger habe ihn überrascht, gibt der Vorsitzende des Verkehrsausschusses zu. „Es muss doch erlaubt sein, über so etwas mal laut nachzudenken. Irgendwo müssen wir schließlich mit dem Verkehr hin.“ Geercken verweist auf den Dauer-Stau im Ortszentrum. „Unser Bestreben muss es sein, hier für eine Entlastung zu sorgen.“

Der SPD-Politiker wollte der Gemeinde neben Halstenbek-Krupunder, Halstenbek-Rellingen, Pinneberg-Süd und -Mitte eine fünfte Autobahnauf- und -abfahrt an der Tangstedter Straße verschaffen. Auf diese Weise hätte ein Verkehrsstrom von Pinneberg aus in Richtung Ellerbek geführt werden können – und zwar am Rellinger Ortszentrum vorbei. Geerckens Plan sah vor, die Tangstedter Straße im hinteren, sehr kurvenreichen Abschnitt zu begradigen und direkt an die Dorfstraße anzubinden. Von dort aus könnte dann idealerweise eine Straße weiter in Richtung Ellerbek führen.

Im Antrag an den Ausschuss hoben die Sozialdemokraten hervor, dass fast alle Teile der Trasse auf Rellinger Gebiet liegen und es sich fast ausschließlich um Baumschulflächen handelt. Betroffen sei lediglich ein kleiner Teil der Banswiesen. Der Eingriff in die Natur sei angesichts der Vorteile für die lärm- und verkehrsgeplagten Bürger im Ortskern zu verkraften.

Während von den Profiteuren aus dem Ortskern niemand in die Sitzung kam, waren die Anlieger der Tangstedter Straße, die mit einer Verkehrslawine erhebliche Nachteile auf sich zurollen sahen, sehr zahlreich im Ratssaal vertreten. So zahlreich, dass sogar zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden mussten. Die Ablehnung unter den Betroffenen war einhellig – und die Entrüstung darüber groß, nicht vorher über die Pläne informiert worden zu sein. Angesichts der Wut-Lawine sah sich am Tag danach sogar Bürgermeisterin Anja Radtke genötigt, die Ideengeber der SPD zu verteidigen. „Mein Ansinnen ist es, Rellingen für die Zukunft aufzustellen. Da ist es legitim, solche Gedankenspiele anzustellen.“