Pinneberg
Moment mal!

Mit Carstensen und Simonis reisen

Eine Glosse von Harald Klix

Die Schleswig-Holsteiner haben die Wahl: Heide Simonis oder Peter Harry Carstensen? Wer jetzt denkt, die beiden ehemaligen Ministerpräsidenten kehren in die Politik zurück, liegt aber völlig falsch. Heide Simonis und Peter Harry Carstensen sind künftig jeden Tag zwischen Kiel, Neumünster und dem Hamburger Flughafen unterwegs. Immer hin und zurück, das ganze Jahr über. Denn die Autokraft tauft zwei neue Busse ihrer Kilius-Linie auf die Namen der Politiker im Ruhestand.

Mitarbeiter hatten die Idee, so die Autokraft, die auch ihre „Verbundenheit zum Land“ ausdrücken möchte. Klar, dass die Fernreisebusse mit ihren bis zu 57 Sitzplätzen einiges zu bieten haben. „Die automatische Klimatisierung lässt keine Wünsche offen: Ob Sommer oder Winter, eine Innentemperatur von circa 22 Grad Celsius sorgt für höchsten Reisekomfort!“, so wirbt die Autokraft für ihre Linie 4550. Bordtelefon, Radio, Sonnenrollos, individuelle Belüftung und klappbare Armlehnen tragen ebenfalls dazu bei, dass der Urlaub angenehmen beginnt und ausklingt. Die beiden neuen Busse bieten nicht nur W-LAN, sondern auch höchste Sicherheit dank Dreipunktgurt-Sitzen.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Welcher überzeugte Christdemokrat verbringt die schönste Zeit des Jahres freiwillig mit Heide Simonis? Welcher treue SPD-Wähler wird stolz erzählen, mit Peter Harry Carstensen durch seine Heimat zu fahren? Und wie kommen Anhänger von Grünen oder der Linken ohne Gewissensbisse zum Flughafen? Verweigern sie gar den Einstieg, warten auf den nächsten Bus und verpassen am Ende ihren Flieger?

Und was sagt der FDP-Fraktionschef dazu, dass seine Partei mal wieder nicht zum Zug – oder besser gesagt zum Flugzeug – gekommen ist? Wolfgang Kubicki, übernehmen Sie!