Pinneberg
Tornesch

Der Businesspark Oha ist auf der Zielgeraden

Mehrere Millionen-Bauprojekte von Firmen in Tornesch sind fast fertig. Weil der Platz für weitere Unternehmen knapp wird, soll der Industriepark um drei Hektar wachsen

Tornesch. Die Wirtschaft in Tornesch brummt. Seit der Gewerbepark Oha an der A23 ins Leben gerufen wurde, hat die Wirtschaftsförderung WEP, die das fast 40 Hektar große Areal erschlossen hat, knapp 30 Unternehmen dort angesiedelt, darunter etwa Oelckers, Medac, DHL und Witte Pumps. Doch der Platz für weitere Unternehmen geht in Tornesch aus.

„Wir versuchen noch die eine oder andere Fläche zu optimieren, um ein wenig Platz für Firmen zu schaffen“, sagt Bürgermeister Roland Krügel. Bislang sind drei Hektar Flächenreserve noch ohne weiteres möglich, wenn, wie geplant, am Aspenhorner Weg eine dortige Grünfläche in ein Gewerbeareal umgewandelt wird. „Damit wären dann aber die letzten Landreserven erschöpft“, sagt der Verwaltungschef.

Einzig die derzeit noch ungeklärte Frage, was aus dem alten Gelände der Firma Oelckers im Businesspark nach dem Umzug in das neue Domizil in wenigen hundert Metern Entfernung wird, könnte noch zusätzlich Platz für Firmen schaffen. Doch auch diese Fläche ist begrenzt.

Eine Tour durch den Tornescher Businesspark zeigt, dass das Tempo des Wirtschaftswachstums nach wie vor ungebremst ist. Das 29 Meter hohe Hochregallager, für das das Pharmaunternehmen Medac noch vor wenigen Monaten den Grundstein gelegt hatte, ist äußerlich fertig.

Die Medac, die in den kommenden Jahren bis zu 350 neue Stellen schaffen will, geht nun den Innenausbau des Lagers an, in dem künftig medizinische Produkte gelagert werden sollen. Im Sommer soll der Innenausbau für das zwölf Millionen Euro teure Projekt abgeschlossen sein und das vollautomatisierte Lager in Betrieb gehen. Wenn dieser Bauabschnitt abgeschlossen ist, wird bei der Medac gleich weiter geplant. Das Unternehmen hatte sich früh ein gegenüber seinem Neubau liegendes Grundstück gesichert, auf dem ein weiterer Bürotrakt entstehen soll. Auch eine dritte Ausbaustufe am Standort am Businesspark ist vom Konzern bereits angedacht.

Noch weiter als Medac ist die Deutsche Post mit ihren Investitionen. Der Logistiker hat den neuen DHL-Standort, ein zehn Millionen Euro teures Paketzustellzentrum, soweit fertig. In dem neuen Logistik-Terminal wird bereits gearbeitet, etwa 65 Menschen sind dort tätig, in den kommenden Monaten sollen dort 100 Beschäftigte ihrer Arbeit nachgehen. Ende April sind die letzten Maschinen angeliefert worden, um den Standort zu komplettieren. Der beinahe gegenüberliegende Neubau von Witte Pumps steht in weiten Teilen, der Umzug von Uetersen nach Tornesch soll in den kommenden Maiwochen erfolgen. Bei der Firma Oelckers ist der Umzug so gut wie abgeschlossen.

Eine der letzten Restflächen im Businesspark hat sich die Firma OKE aus Nordrhein-Westfalen, die Kunststoffkomponenten für Kraftfahrzeuge herstellt, gesichert. Ein Bauantrag sei bei der Stadt bereits eingereicht worden, sagt Krügel. Wenn OKE seinen Neubau an der Lise-Meitner-Allee fertig habe, würden dort knapp 50 neue Arbeitsplätze entstehen.

Krügel bezeichnet angesichts der Entwicklung im Businesspark die Zusammenarbeit mit der WEP als außerordentlich gut. Anfangs habe es Bedenken gegeben, ob die Zusammenarbeit zwischen der WEP und Tornesch reibungslos funktionieren würde. „Wir haben dann doch gut zusammengearbeitet“, befindet der Verwaltungschef. Nicht nur er: Auch Torneschs Politiker sind zufrieden. Neuerdings gibt es aber Zweifel, ob der erfolgreiche Pakt zwischen der Stadt und der WEP noch aufrecht erhalten werden kann, seit der Kreis angekündigt hat, die Kompetenzen der WEP begrenzen zu wollen.

Die Entscheidung des Kreises sorgt für einige Unruhe in Tornesch. SPD-Ratsherr Manfred Fäcke hofft zwar auf eine weitere Kooperation, er hat aber Zweifel, ob die erfolgreiche Zusammenarbeit bei dem künftigen Szenario fortgesetzt werden könne. Es gebe viele Fragezeichen.

Krügel geht davon aus, dass auch weiterhin mit der Kreiswirtschaftsförderung zusammengearbeitet werden kann, nur nicht in dem Maße wie bisher. „Die finanzielle Beteiligung soll heruntergefahren werden und künftig bei 50 Prozent bei der Erschließung von Gewerbegebieten liegen“, so Torneschs Verwaltungschef. Das bedeute, dass Tornesch sich stärker als bisher anstrengen müsse, um Gewerbeflächen zu erschließen. „Das geht aber in Ordnung, damit können wir leben“, sagt er. Wichtig sei, dass das Knowhow der WEP vor Ort bleibe, das sei nämlich nicht so einfach zu ersetzen.