Pinneberg
Sparrieshoop

Geld und Breitband für Sparrieshoop

Stadtwerke Barmstedt richten in Ex-Sparkassenfiliale Geschäftsstelle mit Volksbank-Automaten ein

Sparrieshoop. Günther Korff strahlte mit dem Wetter um die Wette. Monatelang hatte der Bürgermeister von Klein Offenseth-Sparrieshoop im vergangenen Jahr die Schließung der Sparkassen-Filiale in seiner knapp 3000 Einwohner zählenden Gemeinde abzuwenden versucht. Doch vergeblich.

Mitte Januar machte die Sparkasse Südholstein die Geschäftsstelle wie sechs weitere im Kreis Pinneberg dicht. Wer Bargeld brauchte, musste nun nach Elmshorn, Barmstedt oder Seeth-Ekholt fahren. Damit ist es nun vorbei. Genau dort, wo bis vor wenigen Monaten noch ein Geldautomat der Sparkasse stand, hat nun die Volksbank Elmshorn ein solches Gerät aufgestellt, an dem rund um die Uhr Bargeld abgehoben werden kann.

Möglich gemacht haben dieses neue Serviceangebot die Stadtwerke Barmstedt. Sie haben in den Räumen, die bis Januar die Sparkasse gemietet hatte, nach Lüneburg und Lentföhrden eine weitere Geschäftsstelle außerhalb ihres Stadtgebiets eröffnet, in dem nun der Volksbank-Automat steht. Hintergrund ist die geplante Verkabelung des Ortsteils Sparrieshoop mit Glasfaserkabeln, in die die Stadtwerke Barmstedt bis Ende des Jahres eine Million Euro investieren. Bis zu 750 Haushalte hätten dann die Möglichkeit, Fernsehen, Telefon und schnelles Internet über die Stadtwerke-Tochter Xitylight zu beziehen. „Im Juni beginnen die Tiefbauarbeiten“, kündigt Werkleiter Fred Freyermuth an. Im August könnten die ersten Kunden ans Netz gehen.

Da der Beratungsbedarf für Kunden, die ihren TV-, Telefon- oder Internetanbieter wechseln wollen, erheblich größer sei als bei Strom- und Gaslieferanten, sei es wichtig, vor Ort ansprechbar zu sein. „Da sind viele technische Fragen zu klären“, sagt Freyermuth. Wo soll der Hausanschluss gelegt werden? Passt die alte Fritzbox? „Meine Mitarbeiter kommen auch ins Haus, um das zu regeln.“ Ein Info-Abend am Donnerstag, 15. Mai, der um 19 Uhr im Gasthof Marone an der Rosenstraße neben der Stadtwerke-Filiale beginnt, soll die Sparrieshooper über das neue Breitbandangebot im Ort informieren.

Bürgermeister Korff sagt: „Ich bin heilfroh, dass wir jetzt wieder einen Geldautomaten im Dorf haben.“ Für Senioren mit Rollator sei es eben nicht so einfach, in den Nachbarort zu fahren, um Geld abzuheben. „Für die ist Seeth-Ekholt genauso weit weg wie München.“ Nun fehle nur noch ein Kontoauszugsdrucker, sagte Korff in Richtung Volksbank-Vorstand Christian Scheinert. Doch der bittet um Geduld. Kontoauszugsterminals seien bisher kein Geschäft der Volksbank Elmshorn. Das könnte sich allerdings nach der Fusion mit der VR Bank Pinneberg im Sommer ändern.