Pinneberg
Tornesch

Halbzeit für den Sportpark

FC Union und Stadt Tornesch feiern Richtfest für 6,7 Millionen Euro-Projekt. Projekt soll künftig „Torneum“ heißen

Tornesch. Ein milder Winter hat seine guten Seiten. Vor allem für die Baubranche. Die konnte, da die Böden in den vergangenen Monaten nicht hart gefroren sind, viele Bauprojekte schneller als ursprünglich geplant, voranbringen. Einer der Nutznießer dieser Situation ist auch der FC Union Tornesch. Denn der könnte nun mehr Zeit für seinen Umzug vom Sportplatz an der Friedlandstraße an den Großen Moorweg zur Verfügung haben. Ende 2014, so Vereinschef Carsten Richter, sei der Umzug des Vereins vom Stadtzentrum an den Tornescher Stadtrand geplant.

Bereits am Freitagnachmittag, früher als ursprünglich vorgesehen, konnten die Stadt Tornesch und der FC Union als Bauherren das Richtfest für den neuen Sportpark am Großen Moorweg feiern. „Wir haben 30 Jahre auf diesen Moment gewartet. Nun hoffen wir nur noch, dass es finanziell am Ende auch alles passt“, sagte Bürgermeister Roland Krügel. Eine Bedingung dafür sei, dass der Kreis seinen Zuschuss für das Projekt ausbezahlt, die andere sei, dass der FC Union als Pächter der Anlage genügend Interessenten für das Sport-areal gewinnt, die etwa die Soccerhalle anmieten wollen.

„Als wir 2008 über den Sportpark gesprochen hatten, lag der Standort am Großen Moorweg auf der Hand. Es musste aber geschaut werden, ob es woanders nicht noch bessere Optionen gab“, so Krügel. Knapp drei Jahre später war bereits der Bebauungsplan für das Gelände fertig. „Die Planungsphase war irgendwie irre“, so Krügel im Rückblick. Dies auch, weil es einige politische Streitereien bei dem Projekt gab, vor allem wegen der Frage, ob die Soccerhalle sinnvoll und finanzierbar sei. „Davon wollen wir heute aber nicht reden“, meinte Torneschs Bürgermeister

Viel wichtiger sei, das bereits ein Name für den Sportpark gefunden worden ist. FC Union-Chef Richter hatte am Donnerstag Krügel den Namensvorschlag „Torneum“ bei einem Treffen im Rathaus unterbreitet. „Fünf Sekunden lang sagte er nichts und war völlig sprachlos. Dass der Bürgermeister sprachlos ist, erlebt man sonst nicht“, sagte Richter. Krügel war aber nicht geschockt, im Gegenteil: Den Namen findet der Verwaltungschef treffend und genial. Auch aus Marketinggründen. Er verbinde den Namen Tornesch mit Fußball. Torneum wie Tor, wie Turnier, wie Colosseum, halt wie Tornesch.

280 erwachsene und 350 jugendliche Sportler des FC Union werden künftig am Großen Moorweg ihren Leibesübungen nachgehen. Aber auch andere Sportler werden das Torneum künftig nutzen. Dafür soll unter anderem die drei Spielfelder große Soccerhalle sorgen, an die ein Restaurant angeschlossen ist. 6,7 Millionen kostet das Projekt unter dem Strich. Das ist deutlich mehr, als 2008 zunächst anvisiert wurde, als die ersten Ideen für einen Sportpark entstanden. Damals wurde aber noch nicht eine Soccerhalle geplant. Die treibt die Kosten nach oben.

Dennoch rechnet sich laut Krügel das Projekt für die Stadt Tornesch und auch für den Sportverein. Die Bauvariante mit der Soccerhalle soll dank der Pachteinnahmen langfristig sogar Gewinne für die Stadt abwerfen. Inklusive Zinsen und durchschnittlicher Abschreibung sei das Projekt nach 20 Jahren demnach 145.000 Euro günstiger als ein Bau ohne Soccerhalle. Nach 30 Jahren, so die Berechnungen der Stadt, würden die Kosten sogar fast 1,8 Millionen Euro niedriger liegen, als wenn keine Halle gebaut würde.

Bereits vor der Grundsteinlegung hatten laut FC Union-Chef Richter einige Betriebssportgruppen grundlegendes Interesse an der Nutzung des Areals bekundet, obgleich noch keine Verträge abgeschlossen worden seien. Da die Halle in der Region aber konkurrenzlos sei und die Nachfrage nach Sporthallen in der Metropolregion Hamburg größer als das Angebot ist, könne davon ausgegangen werden, dass das Pachtkonzept für den 6,7 Millionen Euro-Bau aufgehen wird. Finanziert wird es fast gänzlich von der Stadt Tornesch, es wird aber mit 310.000 Euro von Land und Kreis bezuschusst.

Gegenfinanziert wird das Projekt zu Großteilen über den Verkauf des alten Sportplatzes an der Friedlandstraße. Dort soll ein zentrumsnahes modernes Wohnviertel entstehen. Der Grundstücksverkauf soll 3,5 Millionen Euro in die Stadtkasse spülen.