Pinneberg
Leserbriefe an die Redaktion

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Nicht vom Himmel gefallen

28. Februar: „Wedeler Schulleiter schlägt Alarm"

Ein wichtiger Grundsatz des öffentlichen und privaten Vertragsrechts lautet: pacta sund servanda (lat.), Verträge müssen eingehalten werden. Dieser Grundsatz muss selbstverständlich auch für die im Februar 2012 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule und der Gebrüder Humboldt-Schule (GHS) gelten. Danach wird allen zugangsberechtigten Schülerinnen und Schülern der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule ein Platz in der Oberstufe der GHS garantiert.

Dass es angesichts der hohen Anmeldezahlen jetzt zu räumlichen Engpässen an der GHS kommt, dürfte kein vom Himmel fallendes Ereignis sein. Bereits im Oktober 2011 gab der Schulleiter der GHS, Antonius Soest, auf einer Diskussionsveranstaltung der Wedeler SPD zu bedenken, dass die Unterbringung der Oberstufenschülerinnen und -schüler an seiner Schule ein Problem werden könnte, wenn sich noch mehr Schülerinnen und Schüler als bisher qualifizierten. Nach knapp zweieinhalb Jahren bewahrheitet sich nun sein Bedenken und es gilt, die Kooperationsvereinbarung nicht bereits bei einer ersten Belastung zur Makulatur werden zu lassen. Der Schulleiter der GHS hat seine Lösungsansätze klar benannt, die auf eine räumliche Ausweitung seiner Schule hinauslaufen würden.

Im Gespräch ist eine Dauer- oder Containerlösung. Eine schnelle Entscheidung muss jetzt getroffen werden, denn es wäre nicht hinnehmbar, wenn sich daraus ein Dauerbrenner auf ministerieller und politischer Ebene zulasten der betroffenen Schülerinnen und Schüler entwickelt. Doch vielleicht sollte man auch noch einen Gedanken darüber verschwenden, warum die GHS bei den Schülerinnen und Schülern so favorisiert ist. Vermutlich dürfte sich im Zeitalter moderner Kommunikationstechnik das erfolgreiche pädagogische Konzept und die gute Arbeit der Pädagogen herumgesprochen haben.

Eigentlich müssten Herr Soest und sein Kollegium angesichts des großen Interesses der Schüler und Schülerinnen an der GHS vor Stolz platzen, doch das ihnen dafür zustehende Platzkonzert mutierte über Nacht zum Platzregen, weil die Schule aus allen Nähten platzt. Ironie des Schicksals?!

Klaus Gremnitz

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