Pinneberg
Wedel

Ein Stipendium gegen den Fachkräftemangel

Berufsfachschule PTL Wedel und örtliche Unternehmen unterstützen junge Menschen. Infos beim Tag der offenen Tür am 22. März

Wedel. Um dem Fachkräftemangel im technischen Bereich entgegen zu wirken, sind bedeutende Wedeler Unternehmen eine Kooperation mit der Privaten Berufsfachschule PTL Wedel eingegangen. Die Firmen ermöglichen den PTL-Schülern ein Stipendium, das Teile der Schulgebühren übernimmt und Hospitationen im Betrieb umfasst. „Wir bieten das an, um trotz steigender Schulkosten interessant zu bleiben und gleichzeitig unsere Ausbildungsgänge bekannter zu machen“, sagt Professor Dr. Eike Harms, der geschäftsführende Gesellschafter der PTL. Die Resonanz ist bislang allerdings gering. Derzeit besuchen 100 Schüler die PTL Wedel, drei davon erhielten ein Stipendium.

Niklas Dießner ist einer von ihnen. Der 19-Jährige ist bei der Rapp Opto Electronic GmbH untergekommen, einem 2001 gegründeten, aufstrebenden Unternehmen. Die Firma, die 2013 ihr neues Domizil am Kronskamp eingeweiht hat, konnte ihre Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren fast verdreifachen, beschäftigt inzwischen mehr als 20 Personen aus den Bereichen Technik und Informatik. Niklas Dießner, der sich nach dem Realschulabschluss in der vollschulischen Ausbildung an der PTL zum Informationstechnischen Assistent für Technische Informatik ausbilden lässt, passe perfekt zum Unternehmen, meint Firmenchef Gert Rapp. Und er sagt weiter: „Um selbst ausbilden zu können, sind wir zu klein. Trotzdem ist für mich klar, dass wir als Firma in Ausbildung investieren müssen.“

Das Unternehmen, das sich mit Lichttechnik befasst und für renommierte Auftraggeber wie Nikon, Bayer oder das DESY arbeitet und forscht, stellt dem 19-Jährigen einen Arbeitsplatz zur Verfügung und ein Betreuer nimmt den PTL-Schüler unter seine Fittiche. Niklas Dießner ist während der Schulzeit mindestens einmal die Woche in der Firma, in den Ferien täglich. „Beides auf einmal ist sehr anstrengend, aber meistens freue ich mich auf die Arbeit“, sagt er.

Er ist 2011 bei einem Tag der offenen Tür, den die PTL Wedel als Bestandteil der Fachhochschule Wedel angeboten hat, auf die Ausbildung aufmerksam geworden. „Ich habe mich schon früh für Informatik interessiert, für mich war das ideal.“ Die Ausbildung zum Technischen Assistenten dauert mindestens fünf Semester, Niklas Dießner will ein sechstes dranhängen. Er tüftelt gerade ein Thema für seine Abschlussarbeit aus, die er in dem Betrieb erstellen wird. „Auf diese Weise kann ich der Firma etwas zurückgeben.“

Für Sonnabend, 22. März, laden die PTL Wedel und die Fachhochschule Wedel zu ihrem diesjährigen Tag der offenen Tür ein. Von 10 bis 16 Uhr öffnen die an der Feldstraße gelegenen Schwester-Institutionen ihre Türen. Geboten werden Führungen, Vorlesungen und Aktionen zum Mitmachen in Laboren und Rechenzentren. Harms hofft, weitere Interessenten für das anspruchsvolle PTL-Stipendium gewinnen zu können. „Wir haben an der PTL einen sehr großen Schwund. Viele Schüler informieren sich vorher nicht genau, was sie erwartet. Andere sind den Ansprüchen nicht gewachsen. Aber diejenigen, die fertig werden, die finden auch sofort einen Job.“