Pinneberg
Moment mal!

Schlussstrich in Schenefeld

Eine Vision von Rainer Burmeister

Nach wochenlangen vertraulichen Verhandlungen ist es jetzt herausgekommen: Schleswig-Holstein verkauft Schenefeld an die benachbarte Freie und Hansestadt Hamburg. Die Düpenaustadt soll voraussichtlich schon im April mit dem Hamburger Stadtteil Lurup fusionieren und künftig dem Bezirk Altona zugeordnet werden. Die bisher im Schenefelder Rathaus ansässige Stadtverwaltung wird als Stadtteilbüro unter Leitung der bisherigen Bürgermeisterin Christiane Küchenhof weitergeführt.

Der spektakuläre Deal wurde unter Beteiligung des Kreises Pinneberg und des Kieler Innenministeriums ausgehandelt. Mit dem Wechsel nach Hamburg solle ein Schlussstrich unter die seit Jahren währenden Querelen innerhalb Schenefelds gezogen werden, verlautete aus den beteiligten Behörden. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Auseinandersetzungen um die Kulturarbeit, die Flächenplanung sowie speziell die Ausweisung von Wohn- und Landschaftsschutzgebieten in Schenefeld gegeben. Dies führte auch zu Differenzen mit dem Kreis Pinneberg.

Künftig soll die Kulturarbeit – es ist kein Jux – vom Altonaer Theater betreut und gestaltet werden. Das JUKS wird mitsamt der Leitung zum Osdorfer Born verlagert. Von dort soll eine gemeinsame Jugendarbeit aufgebaut werden.

Für den Flächenausgleich wird Hamburg über Jahre hinweg millionenschwere Ablösesummen zahlen. Das Geld soll zum Schuldenabbau des Kreises Pinneberg verwendet werden. Hamburg werde ebenso wie Schenefeld von der Eingemeindung wegen der guten Nachbarschaftslage, der bereits bestehenden Bindungen sowie Projekten wie dem XFEL-Röntgenlaser (Desy) profitieren, hieß es.

An dieser Stelle erwachte ich tiefenentspannt und breit grinsend aus meinem Traum. Es folgten heftige Depressionen. Denn der Alptraum in der Schenefelder Realität geht weiter...