Pinneberg
Appen

Auch Behinderte sollen problemlos ins Grüne

Ziel des Projekts Natur für alle im Kreis Pinneberg ist es, dass Menschen mit und ohne Handicap Tiere und Pflanzen kennenlernen

Appen. Sozial engagierte Menschen und Naturschützer im Kreis Pinneberg arbeiten daran, dass auch Menschen mit Behinderungen Erfahrungen in der Natur sammeln können. „Unsere Natur ist für alle da!“, lautet das Motto einer Arbeitsgruppe eines von der Aktion Mensch geförderten Projektes mit dem Titel „Natur für alle im Kreis Pinneberg“.

Vertreter von sechs Institutionen im Kreis Pinneberg haben im vergangenen Jahr fünf sogenannte Naturerlebnisbereiche gemeinsam mit behinderten Menschen auf ihre Barrierefreiheit untersucht. Das Ziel der Untersuchung: Auch Menschen, die schlecht sehen oder gehen können oder Schwierigkeiten haben, Informationen aufzunehmen, sollen Freude und Erbauung in der Natur finden. Unter die Lupe genommen haben die Aktivisten den Wassererlebnisbereich in Hetlingen, den Schäferhof in Appen, die Liether Kalkgrube in Klein Nordende und das Elbmarschenhaus mit Außengelände in Haseldorf. Nach der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die in Deutschland im Februar 2009 ratifiziert wurde, soll auch Behinderten die gleichberechtigte Teilhabe an der Gemeinschaft (Inklusion) ermöglicht werden.

Nachdem Freiwillige und Profis die vier Naturerlebnisräume inspiziert haben, soll die zweite Stufe des Projektes zünden: Jetzt wird aus „Natur für alle im Kreis Pinneberg“ ein Inklusionsprojekt. Das Ziel: Behinderte sollen sich gefahrlos in den Naturerlebnisräumen bewegen und informieren können, etwa durch Hinweistafeln, die in einfachem Deutsch geschrieben sind. Das Projekt wird 150.000 Euro kosten: 70 Prozent bezahlt die Aktion Mensch, 30 Prozent die Stiftung Hamburger Arbeiter-Kolonie in Appen.

„Ein Naturerlebnisraum ist ein Gebiet für den naturentfremdeten Menschen“, sagt Hans Ewers (Nabu). Es gehe darum, die Natur „gefühlsmäßig und intellektuell“ zu erfassen. Menschen sollen in diesen Räumen Tieren, Menschen und Pflanzen begegnen. Immer weniger Menschen können Bäume und Pflanzen benennen.