Kreis Pinneberg

Die Leuchttürme des Kreises im neuen Jahr

In der Serie Agenda 2014 stellen wir ab Freitag die wichtigsten Projekte der Kommunen vor. Lesen Sie bereits heute, was kreisübergreifend geplant ist

Kreis Pinneberg. Das neue Jahr stellt im Kreis Pinneberg so manche Verhältnisse auf den Kopf, an die sich der Bürger schon gewöhnt hatte. Erstmals seit 2002 wird der Kreishaushalt, immerhin mit einem Volumen von 358 Millionen Euro versehen, ausgeglichen sein. Und nicht nur das: Am Ende des Jahres rechnet die Kreisverwaltung sogar mit einem Überschuss von 2,8 Millionen Euro. Doch diese rosigen Zeiten werden nicht lange anhalten, warnt die Verwaltung. Schon 2015 droht wieder ein Millionen-Defizit, auch weil das Land von da an die 10,2 Millionen Euro, die der Kreis von 2014 an bei der Grundsicherung vom Bund einspart, mit 6,7 Millionen Euro abschöpft, um den Finanzausgleich in den 1100 Kommunen neu zu ordnen.

Zudem steigt die ohnehin hohe Verschuldung des bevölkerungsreichsten Kreises von 62,5 auf 85,9 Millionen Euro bis Ende 2014 an. Doch das Geld ist gut angelegt. Ein Bauprojekt jagt das nächste. So soll schon ein Teil der neuen Kreisberufsschule in Pinneberg Mitte des Jahres den 3600 Berufsschülern für den Unterricht zur Verfügung stehen. 24 Millionen Euro investiert der Kreis in dieses Vorhaben, das Landrat Oliver Stolz als „Leuchtturm für die Bildung“ bezeichnet, der die Bildungslandschaft im Kreis Pinneberg aufwerten werde. „Dieser Leuchtturm sendet starke Signale: An die Wirtschaft im Kreisgebiet und darüber hinaus an die Lehrer, Schüler und Betriebe. Hier werden Bedingungen für beste berufliche Bildung geschaffen.“

Auch das Pendant in Elmshorn wird nicht leer ausgehen. Die dortige Kreisberufsschule wird 2014 eine neue Werkstatt erhalten, die knapp drei Millionen Euro kostet. Doch damit nicht genug. Die beiden Förderschulen Raboisen (530.000 Euro) in Elmshorn und Heideweg (340.000 Euro) in Appen-Etz bekommen neue Schulhöfe.

Zudem investiert der Kreis Pinneberg kräftig in die Sicherheit der Bevölkerung. Die neue digitale Funktechnik für die Feuerwehr lässt sich der Kreis rund eine halbe Million Euro kosten. Die völlig überalterte Feuerwehrzentrale in Tornesch-Ahrenlohe wird für 14 Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht. Vor allem die ständig steigenden Anforderungen des ABC-Dienstes machten dies nötig, begründet Landrat Stolz dieses Bauvorhaben, das lange verschoben, aber jetzt endlich realisiert wird. Zehnmal im Jahr müssten die ABC-Spezialkräfte des Kreisfeuerwehrverbandes im Jahr ausrücken, um die örtlichen Wehrkräften bei Transportunfällen oder Unfällen auf Werksgeländen mit gefährlichen Stoffen zu unterstützen.

Noch weit mehr Einätze haben die Mitarbeiter der Leitstelle von Feuerwehr und Polizei in Elmshorn zu bewältigen, die den Rettungsdienst und die Polizeikräfte für drei Landkreise koordinieren müssen. Allein beim Sturmtief Christian Ende Oktober gingen dort 900 Notrufe ein. Aber die Arbeitsbedingungen in dem Gebäude an der Agnes-Karll-Allee sind nicht mehr zumutbar. Die Lüftungsanlage funktioniert nicht, Mitarbeiter klagen über Kopfschmerzen und Übelkeit, müssen zum Teil in Container-Büros arbeiten. Jetzt will der Kreis die Leitstelle an einem anderen Ort neu bauen. Bis zu 18 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Möglichst 2016 sollen die neuen Räume bezogen werden können.

Umziehen wird bereits 2014 das mit 2300 Mitarbeitern größte Unternehmen des Kreises. Die Regio-Kliniken werden sich im April mit ihrer 100-köpfigen Verwaltung im Dienstleistungszentrum in Elmshorn ganz in die Nähe der Kreisverwaltung niederlassen. Bislang saß die Verwaltung im ehemaligen Krankenhaus Uetersen.

Ganz neue Strukturen werden 2014 bei der Müllabfuhr eingeführt. So hat die kreiseigene Gesellschaft für den Hausmüll an sämtlichen 150.000 verteilten Mülltonnen einen Funkchip angebracht, der jede Tonne jetzt einem Gebührenzahler zuordnen kann. So sollen das seltsame Verschwinden von 10.000 Müllbehältern im Jahr verhindert und säumige Gebührenzahler entdeckt werden.

Abschied nehmen müssen im neuen Jahr die Freunde des Pinneberg-Heimes am Ostseestrand von Hejsager im dänischen Hadersleben. Das Feienhaus mit seinen 38 Betten, das jedes Jahr rund 3000 Übernachtungen von Vereinen und Schulen zählte, hat der Kreis Pinneberg nach 25 Jahren Betrieb an den nahe gelegenen Jugendhof Knivsberg der deutschen Minderheit in Dänemark abgegeben. Den jährlichen Zuschuss von 35.000 Euro wollte sich eine Mehrheit im Kreistag nicht mehr leisten.

Im August wird eine Delegation des Kreises nach Selenogradsk in Russland reisen, um dort die Verlängerung des Partnerschaftsvertrages mit dem ehemals ostpreußischen Landkreis vorzubereiten. Die Kooperation besteht seit 1991 und soll 2015 in Pinneberg um drei weitere Jahre verlängert werden.

Gewählt wird 2014 auch wieder. Am 25. Mai sind alle erwachsenen EU-Bürger aufgerufen, ein neues Parlament für Straßburg und Brüssel zu wählen. Im Jahr 2009 waren im Kreis Pinneberg 231.701 Menschen für die Europawahl wahlberechtigt.