Barmstedt

Gemeinschaftsschule schließt Pakt mit der Berufsberatung

Barmstedter Schule und Arbeitsagentur unterzeichnen Vertrag

Barmstedt. Als vierte Gemeinschaftsschule im Kreis - nach Boje C. Steffen in Elmshorn, Klaus-Groth in Tornesch, Caspar-Voght in Pinneberg und Ernst-Barlach in Wedel - hat nun die Grund- und Gemeinschaftsschule Barmstedt mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur einen Kooperationsvertrag geschlossen. Ziel der Vereinbarung sei es, die gute Zusammenarbeit mit der Berufsberatung auf eine feste Grundlage zu stellen, sagt Schulleiter Poepping. Den 120 Schülern, die jedes Jahr ihren Haupt- oder Realschulabschluss machten, solle gezielt geholfen werden, einen Ausbildungsplatz zu finden, der sie interessiert und zu ihnen passt.

Verantwortlich für diese Kooperation zwischen der 1000 Schüler starken Schule und der Berufsberatung sind Lehrer Thorsten Huwe und Berufsberater Stephan Saß. Den Barmstedter Schülern stehen eine ganze Reihe von Informationsblöcken, individuellen Beratungen, Tests und Praktika zur Verfügung. Dies beginnt bereits in der fünften Klasse mit einem Berufswahl-Pass, der den Schülern erste Informationsmaterialien an die Hand gibt.

Besuche bei der Berufsberatung und ein Besuch des Berufsberaters Saß in den Klassen schließen sich an. In der siebten Klasse werde eine Potenzialanalyse von jedem Schüler erstellt, indem mehrere Beobachter ihre Einschätzung über deren Fähigkeiten, Stärken und einen möglichen Berufsweg abgeben, erklärt Lehrer Huwe. Eine entscheidende Hilfe bei der Berufswahl kann noch das zweiwöchige Praktikum in der Abschlussklasse sein.

Der demografische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel mache sich auch allmählich im Kreis Pinneberg bemerkbar, wenn auch etwas zeitverzögert im Vergleich zu Hamburg, stellt Uwe Schäfer, Teamleiter der Berufsberatung, dar. So sei die Zahl der Lehrstellenbewerber mit 1901 suchenden Jugendlichen in diesem Jahr zwar immer noch höher als die der gemeldeten Lehrstellen mit 1655. Aber das Verhältnis entwickele sich immer mehr zugunsten der Lehrstellenbewerber. „Insofern nützt unsere Arbeit bei der Berufsberatung auch immer mehr den Firmen, um ihren betrieblichen Nachwuchs zu rekrutieren“, sagt Schäfer. Gerade im Lebensmittelbereich, vielen Handwerksberufen und bei den Baumschulen würde die Nachfrage zurückgehen.

60 Schulabgänger suchten jedes Jahr eine Lehrstelle, erklärt Schulleiter Poepping. Annähernd 40 Prozent würden auf Fachoberschulen und Gymnasien wechseln. Fast alle Bewerber bekämen am Ende einen Ausbildungsplatz, auch wenn insgesamt etwa ein Viertel die Lehre wieder abbrechen, sagt Berufsberater Saß. Er rät deshalb den Eltern, sich nicht zu sehr in die Berufswahl ihrer Kinder einzumischen.